Fall Kaschoggi : Maas fordert von Saudi-Arabien rasche Aufklärung

Der Bundesaußenminister Heiko Maas kritisierte Angriffe auf Journalisten. Kaschoggi wurde mutmaßlich in der saudi-arabischen Botschaft in der Türkei getötet.

Heiko Maas (SPD), Außenminister.
Heiko Maas (SPD), Außenminister.Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat von Saudi-Arabien eine rasche Aufklärung des Schicksals des regierungskritischen Journalisten Jamal Kaschoggi gefordert. "Mit jedem Tag der Ungewissheit" wachse die "Sorge" um Kaschoggi, der seit einem Besuch im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul vermisst wird, sagte Maas der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabmeldung vom Samstag.

Angesichts der seit Tagen grassierenden Mordvorwürfe müsse "jetzt unverzüglich aufgeklärt werden, was ihm widerfahren ist". Dies habe er der saudi-arabischen Seite klar gemacht, fügte Maas hinzu.

Riad bestreit Mord an Kaschoggi

"Wir können uns nicht damit abfinden, dass Journalisten weltweit immer öfter wegen ihrer Arbeit bedroht und angegriffen werden", erklärte Maas weiter. "Das gilt auch für Saudi-Arabien." Und das gelte auch "für Journalisten im Exil."

Von Kaschoggi fehlt seit einem Besuch im Konsulat am 2. Oktober jede Spur. Türkische Ermittler gehen davon aus, dass der Regierungskritiker dort von saudi-arabischen Agenten ermordet wurde. Riad bestreitet dies, ist bisher aber den Beweis dafür schuldig geblieben, dass Kaschoggi das Gebäude lebend verließ.

Erst im vergangenen Monat hatte der Bundesaußenminister eine längere Krise mit Saudi-Arabien beigelegt, die zum Abzug des saudi-arabischen Botschafters aus Berlin geführt hatte. (AFP)

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