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Flughafen blockiert, Panzerfahrzeuge an der Grenze : Lage in Hongkong spitzt sich weiter zu – Peking kündigt harte Reaktion an

Tausende Menschen legen den Flughafen in Hongkong lahm. Die chinesische Regierung will mit „eiserner Faust“ gegen gewaltbereite Demonstranten vorgehen.

Demonstranten am Flughafen Hongkong.
Demonstranten am Flughafen Hongkong.Foto: REUTERS/Issei Kato

Wegen der anhaltenden Proteste der Demokratie-Bewegung hat Hongkongs Flughafen am Montag sämtliche Abflüge für den Rest des Tages gestrichen. Der Flughafen gilt als wichtiges Drehkreuz in Südostasien und ist einer der belebtesten Airports weltweit. 5000 Demonstranten versammelten sich in der Abflugs- und Ankunftshalle, um gegen Regierung und Polizeigewalt bei vorangegangenen Protesten in der Stadt zu protestieren. Wie der Flughafen mitteilte, wurde der Check-in für die verbleibenden Flüge wegen ernsthafter Störungen des Betriebs ausgesetzt.  

Auch zwei Flüge nach Deutschland sind betroffen. Sowohl ein Lufthansa-Flug um 23 Uhr nach München als auch ein späterer um 23.15 Uhr nach Frankfurt wurden abgesagt.

Schwarz gekleidete Aktivisten skandierten im Flughafen Parolen. Die Polizei solle einem Demonstranten, der durch ein Gummigeschoss schwer im Gesicht verletzt worden war, sein Auge „zurückgeben“. Auch zeigten sie Bilder von Polizisten, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen waren. Bereits am Wochenende hatten Hunderte Demonstranten am Flughafen demonstriert, wodurch der Flugbetrieb aber nicht groß verzögert wurde. 

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Am Wochenende war es in der Finanzmetropole erneut zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Tausende Demonstranten blockieren die Abflughalle in Hongkong.
Tausende Demonstranten blockieren die Abflughalle in Hongkong.Foto: REUTERS/Thomas Peter

Chinas Regierung mahnt immer energischer, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. Yang Gang, der Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde, warf gewaltbereiten Demonstranten „erste Anzeichen von Terrorismus“ vor. „Radikale Demonstranten“ hätten wiederholt Polizisten mit „äußerst gefährlichen Gegenständen“ angegriffen, sagte er. Dagegen müsse nun mit „eiserner Faust“ vorgegangen werden.

Die chinesische, regierungsnahe Zeitung „Global Times“ berichtet von „Polizeiübungen“ in der Nähe von Hongkong. Auf einem Video ist eine Kolonne schwer gepanzerter Fahrzeuge der paramilitärischen, chinesischen Polizei zu sehen, die sich in der Stadt Shenzen sammeln. Nun besteht die Angst, dass damit die Proteste in Hongkong niedergeschlagen werden sollen.

Auslöser für die Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Demonstrationen entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen. (Tsp, AFP, dpa)

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