Fotofahndung zu G-20-Randale : Rechter Netzaktivist unter ermittelten Randalierern

Die Polizei berichtet von Erfolgen ihrer Foto- und Video-Fahndung nach Randalieren bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg. Doch einer der Identifizierten ist ein rechter Videoblogger

Randalierer stehen am 07.07.2017 im Schanzenviertel in Hamburg vor einer brennenden Barrikade.
Randalierer stehen am 07.07.2017 im Schanzenviertel in Hamburg vor einer brennenden Barrikade.Foto: Markus Scholz/dpa

Seit Montag hat die Hamburger Polizei mit der umstrittenen Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos und Videos nach Randalierern beim G20-Gipfel im Juli sechs Tatverdächtige identifiziert. Bisher gab es 100 Hinweise aus der Bevölkerung.

Bei dem 29-Jährigen, der sich am Dienstag gestellt hatte, handelt es sich nach Recherchen der ARD-„Tagesschau“ allerdings um einen rechten Medienaktivisten, der die Plünderungen lediglich gefilmt und laut Eigendarstellung „politisch unkorrekte“ Berichte verbreitet haben will. Dabei ist er in seinem Videoblog seit Monaten zwischen brennenden Barrikaden im Hamburger Schanzenviertel zu sehen – die Ermittler haben dies offenbar übersehen.

Nach Linken und Grünen kritisierte auch Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Casper die Fahndungsmethode: „Als massenhaft einzusetzende Standardmaßnahme“ sei die Bild-Fahndung „gerade im Internetzeitalter nicht angemessen“, sagte er. (cwe, cpa)

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