• Fragen des Tages: Chaos um Schulen und Kitas, Neues zu Corona-Hotspots – das war heute wichtig

Fragen des Tages : Chaos um Schulen und Kitas, Neues zu Corona-Hotspots – das war heute wichtig

Weitere Themen in den Fragen des Tages: Die AfD und der Kampf gegen das Corona-Tief, neuer Streit um den 8. Mai und mysteriöse Todesfälle in Russland.

Kita, Schule, Kindergarten. Die Rückkehr in den Alltag wird lange dauern.
Kita, Schule, Kindergarten. Die Rückkehr in den Alltag wird lange dauern.Foto: Monika Skolimowska/dpa

Wie jeden Tag bringen wir Sie mit den Fragen des Tages auf den aktuellen Stand – natürlich mit den passenden Antworten.

Das Corona-Update

Die aktuellen Zahlen zur Pandemie
Die Johns-Hopkins-Universität meldet weltweit knapp 3,8 Millionen bestätigte Infizierte und rund 265.000 Tote.

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt wieder deutlich. Am Dienstag übermittelten die Landesämter 522 Neuinfizierte, gestern schon 1158. Einen annähernd starken Anstieg der Fallzahlen gab es zuletzt Anfang April. Ob es sich um einen statistischen Ausreißer handelt, werden die nächsten Tage zeigen. Die vom RKI geschätzte Reproduktionszahl liegt unverändert bei 0,71.

[Verfolgen Sie in unseren Liveblogs die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Berlin und zum Coronavirus in Deutschland und der Welt.]

Es war so etwas wie ein letztes Zugeständnis, das Kanzlerin Angela Merkel den Länderchefs in ihrem Videogipfel am Mittwoch abrang: Eine Art Obergrenze für Neuinfektionen. „Notbremse” nannte sie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf der Pressekonferenz im Anschluss an den Gipfel.

Sie soll trotz aller Lockerungen, die die Ministerpräsidenten jetzt umsetzen wollen garantieren, dass es keine große zweite Welle der Corona-Epidemie in Deutschland gibt.

Konkret: Wenn es in einem Landkreis in einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt, dann müssen dort Maßnahmen ergriffen werden, um die Virusausbreitung einzudämmen. Sprich, auf lokaler Ebene müsste wohl wieder ein Lockdown her. 

Stand Donnerstagmittag gibt es in Deutschland eine Handvoll Orte, auf die das zutreffen könnte: Greiz in Thüringen, Traunstein und die Stadt Rosenheim in Bayern, der Zollernalbkreis in Baden-Württemberg und Coesfeld in Nordrhein-Westfalen. Wie die Situation in den Orten ist und warum sie zu den Corona-Hotspots in Deutschland gehören, lesen Sie an dieser Stelle.

Für Großstädte gilt die Virus-Obergrenze auf Bezirksebene. Streng genommen müsste, wenn die Zahlen es verlangen, also ein lokaler Lockdown in Berlin-Mitte umgesetzt werden. Doch ginge das überhaupt? Meine Kollegin Ronja Ringelstein ist der Frage nachgegangen.

Wie die AfD versucht, aus dem Corona-Tief zu kommen: Am Anfang der Corona-Krise schien die AfD verstummt. Jetzt profiliert sie sich als Partei gegen den Lockdown. Doch sie könnte Konkurrenz bekommen, schreibt meine Kollegin Maria Fiedler.

Berlin kannte in Bezug auf Corona heute vor allem ein Thema: Die Rückkehr in den Schul- und Kita-Alltag. Denn der könnte völlig chaotisch verlaufen. Bis zum Sommer soll jedes Kitakind in der Hauptstadt zumindest stundenweise eine Notbetreuung erhalten.

Schon ab kommendem Montag, 11. Mai, sollen Erst-, Fünft- und Siebtklässler in die Klassen zurückkehren, verkündete der Senat am Mittwochabend. Fachleute hatten damit lediglich für die Jahrgangsstufe fünf gerechnet. Nicht alle waren offenbar über die Pläne im Bilde. Landeselternsprecher Norman Heise zeigte sich von dem Tempo überrascht. Scharfe Kritik kommt auch von den Schul-Verantwortlichen in den Bezirken, die ein Rahmenkonzept vermissen. 

Mein Kollege Christian Tretbar kommentiert das Durcheinander so: Der Willen der Politiker, Erster im Öffnungswettlauf zu sein, führt in ein gefährliches Chaos. Kinder, Eltern, Lehrer und Betreuer sind die Leidtragenden.

Unzureichender Schutz, überforderte Helfer und mysteriöse Todesfälle: In Russland steigen die Infektionen, das Gesundheitssystem stößt an seine Grenzen. Und das Land rätselt, wieso drei Mediziner nach Kritik aus Fenstern fielen.

Was sonst noch wichtig war

Erst gelöschte Handydaten, jetzt eine Email-Affäre: Auch in der Coronakrise verfolgt das Maut-Debakel Andreas Scheuer. Neue E-Mails könnten entscheidende Hinweise liefern, welche geheime Absprachen es gab.

Eva Högl ist neue Wehrbeauftragte: Der Bundestag hat die SPD-Politikerin Högl zur neuen Wehrbeauftragten gewählt. Das erhöht die Chancen von Franziska Giffey, Michael Müller zu beerben.

Flughafen-Chef zweifelt an Wiedereröffnung von Tegel: Im Juni schließt TXL wegen der Coronakrise. Engelbert Lütke Daldrup will ab 50.000 Passagieren wieder öffnen. Ob das vor November erreicht wird, ist unklar.

Wenn Minister Werbung machen: Klöckner kocht für Kaufland, Müller kauft bei Lidl, Bär empfiehlt Lego-Sets: Wo sind die Grenzen zwischen zulässiger Öffentlichkeitsarbeit und Schleichwerbung?

Der Mensch hinter der Maschine: Kraftwerk-Gründe Florian Schneider.
Der Mensch hinter der Maschine: Kraftwerk-Gründe Florian Schneider.Foto: Daniele Delledonne/Wikipedia Commons

Unsere Tipps für den Corona-Alltag

Der Rezept-Tipp: Teil 43 verzichtet (unter Umständen) auf Kohlenhydrate. Es gibt Kabeljau mit Orangen-Haselnuss-Kruste.

Unser Hör-Tipp: Gestern verstarb der Kraftwerk-Gründer Florian Schneider. „Die Mensch-Maschine“ heißt programmatisch das erste Album, das sie 1977 veröffentlicht haben. Das namengebende Lied können Sie auf Youtube hören.

Unser zweiter Hör-Tipp: Jede Woche stellen vier Kritiker/innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal: Damien Jurado, Car Seat Headrest, Ghostpoet und Joan As Police Woman.

Unsere Streaming-Tipps: Wie wär's mit einer Live-Premiere im Deutschen Theater - oder mit Bettina Böhlers Schlingensief-Film?

Gibt es was im Fernsehen?

„Dispatches from Elsewhere“ bei Amazon Prime: Die Mysteryserie lässt mittelmäßige Menschen nach dem Glück suchen. Heraus kommt dabei eine rauschhafte Gegenwartsfantasy.

Was sollte ich für morgen wissen?

In Berlin ist der morgige 8. Mai einmalig ein Feiertag, im Rest Deutschlands nicht. Ob der 8. Mai künftig in ganz Deutschland ein Feiertag sein sollte, darüber gibt es aktuell Streit. Meine Kollegin Andrea Nüsse meint: Der 8. Mai sollte der Feiertag der Befreier bleiben, denn sie haben die Deutschen von der Diktatur befreit und den Krieg beendet. Ein Gedenktag wäre passender.

Zahl des Tages

300 Millionen Euro entgehen der Berliner Wirtschaft durch den zusätzlichen Feiertag morgen. Das hat Christoph Schröder vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berechnet. Der Experte geht davon aus, dass 0,1 bis 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts eines Jahres den Unternehmen durch einen arbeitsfreien Tag entgehen.

Mehr zum Thema

Zur Wahrheit gehört aber auch: Angesichts der wirtschaftlichen Verheerungen durch das Coronavirus fällt dieser Wert in diesem Jahr kaum ins Gewicht. Und nächstes Jahr muss am 8. Mai schon wieder gearbeitet werden. 

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