Fragen des Tages : Das Coronavirus verändert Deutschland dramatisch

Geschäfte müssen schließen, Berliner Arztpraxen fürchten den Zusammenbruch, dritter Börsencrash in Folge: Das und mehr in den Themen des Tages im Überblick.

Was Europa jetzt verbindet.
Was Europa jetzt verbindet.Karikatur: Klaus Stuttmann

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Was ist passiert?


Schließungen von zahlreichen Geschäften sowie von Spielplätzen und Sportstätten
Im Kampf gegen das Coronavirus werden nun auch in Deutschland zahlreiche Geschäfte geschlossen. Ausgenommen sind unter anderem Supermärkte, Tankstellen, Banken und andere Einrichtungen für den täglichen Bedarf. Aber auch Spielplätze sowie Sportstätten werden geschlossen und Gottesdienste bis auf weiteres untersagt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat heute für sein Bundesland den Katastrophenfall ausgerufen. Der Berliner Senat hält das aktuell für nicht nötig. Das war ja jetzt schon ein paar Mal so, dass Berlin zwei Tage länger gebraucht hat. Mit mehr Informationen zum Coronavirus und dem aktuellen Geschehen geht es gleich weiter, vorher aber noch zwei andere Nachrichten:

Kind stirbt bei Brand in griechischem Flüchtlingslager
Auf der griechischen Insel Lesbos ist ein sechsjähriges Mädchen bei einem Feuer in dem völlig überfüllten Flüchtlingslager Moria ums Leben gekommen. Weil das Camp so dicht bebaut ist, hatten die Helfer Schwierigkeiten, zu dem Brandherd vorzudringen.

Kein grüner Durchmarsch in Bayern
Bei den Kommunalwahlen in Bayern am Sonntag waren die Grünen im Vorfeld wieder Umfragensieger, im tatsächlichen Wahlergebnis hat sich das dann nicht niedergeschlagen. Warum die Grünen aber damit keineswegs "gestoppt" sind, analysiert Robert Birnbaum.

Brasilien könnte zum Hotspot für das Coronavirus werden
Heute steht praktisch jede Nachricht im Zusammenhang mit Covid-19. Deshalb schon vor dem Schwerpunkt zwei außenpolitische Themen zu der Krise. Hier berichtet Philipp Lichterbeck aus Brasilien, wie der rechtsradikale Präsident Bolsonaro die Gefahre des Coronavirus ignoriert und das Riesenland deshalb droht zum Pandemie-Hotspot zu werden.

Die Pandemie bedroht Flüchtlinge in Syrien
Im syrischen Idlib bedroht die Flüchtlinge jetzt nicht mehr nur der mörderischen Bürgerkrieg, sondern auch das Coronavirus. „Wenn das Virus die Lager in Idlib erreicht, ist es nicht mehr aufzuhalten“, sagt Fadi al Dairi von der Hilfsorganisation Hihfad im Bericht meiner Kollegin Susanne Güsten.

Coronavirus.
Coronavirus.Foto: dpa

Coronavirus-Update

In Berlin hat heute wegen des Coronavirus der vorerst letzte Schultag stattgefunden. (Andere Bundesländer hatten diesen Schritt schon am Freitag vollzogen.) Wie sich das auf die Prüfungen auswirkt, wer Anspruch auf Notbetreuung hat und weitere Regelungen hat Susanne Vieth-Entus hier für Sie aufgeschrieben. Weil offenbar die 6500 Berliner Arztpraxen nicht mit benötigter Schutzkleidung ausgestattet werden konnten, warnen die Kassenärzte jetzt vor einem Zusammenbruch der Praxen. Und noch eine Nachricht aus der Hauptstadt: Berliner Sparkasse, Commerzbank und Hypovereinsbank schließen zahlreiche Filialen. Geldautomaten und Online-Banking sollen aber wie üblich funktionieren.

In Italien sind an einem Tag fast 400 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Kliniken im Norden des Landes stehen vor dem Kollaps, wie Dominik Straub und Andrea Dernbach schreiben, ein Zehntel des Personals ist selbst infiziert. Wer immer noch nicht verstanden hat, warum es jetzt absolut wichtig ist, zu Hause zu bleiben, wann immer es irgendwie geht, und soziale Kontakte zu meiden, der sollte diesen Text lesen.

Die Bundesliga pausiert bis mindestens 2. April, das hat die Deutsche Fußball-Liga jetzt beschlossen. Weil die DFL durch die fehlenden Einnahmen einige Bundesligisten in ernster Gefahr sieht, plädiert für Geisterspiele. Warum die Pause trotzdem deutlich länger dauern könnte, erklärt hier Stefan Hermanns. Weitere Entscheidungen und Ereignisse im Sport im Zusammenhang mit Covid-19 können Sie hier im Blog nachlesen.

• Heute gab es im Zuge der Pandemie den dritten Börsen-Crash in Folge, der Dax und der Dow Jones brachen weiter ein. Der Dax rutschte auf den tiefsten Stand seit 2013, der Dow Jones sackte bis zu 12 Prozent ab. Nicht einmal günstige Zinsen können die Märkte mehr beruhigen, mehr dazu hier.

Was könnte ich zu Hause machen?

"Streaming ist Stress. Streaming ist besser als Sex. Streaming macht dich unglücklich, Streaming hilft Dir durchs Leben." Nein, alles in Ordnung, meinem Kollegen Joachim Huber, den ich hier zitiere, geht es gut. Er hat nur ziemlich viele Serien gestreamt, um Ihnen hier jetzt fundierte Empfehlungen geben zu können, was sich lohnt anzuschauen - und warum.

Gibt es was im Fernsehen?

Und noch ein Tipp für die Couch: Der Sender Arte widmet sich in drei Dokumentationen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin - der selbiges ja aller Voraussicht nach noch viele weitere Jahre bleiben wird. Schon jetzt in der Mediathek zu sehen oder am Dienstag im Fernsehen um 20 Uhr 15.

Was sollte ich für morgen wissen?

Auch morgen dreht sich absehbar (fast) alles um das Coronavirus. Ein wichtiger Termin ist trotzdem, wenn der Paritätische Gesamtverband gemeinsam mit sieben anderen Wohlfahrts-, Sozial- und Fachverbänden die „Soziale Plattform Wohnen“ vorstellt. Mit dem Zusammenschluss wollen sich die sozialen Organisationen gemeinsam in die aktuelle wohnungspolitische Debatte einmischen - die Probleme auf dem Wohnungsmarkt sind ja leider nicht verschwunden.

ZAHL DES TAGES: 66

66 wichtige Fragen und Antworten rund um das Coronavirus hat Richard Friebe hier für Sie zusammengefasst. Von Hygiene-Regeln über Ansteckungsgefahr bis hin zu Haustieren und ob diese sich anstecken können. Falls Sie weitere Fragen haben, dann mailen Sie sie uns übrigens gerne.

Das war unsere Zusammenfassung wichtiger Nachrichten des Tages, immer mit einem Schwerpunkt zur Krise aufgrund des Coronavirus, heute von Ruth Ciesinger. Sie können den Newsletter „Fragen des Tages“ hier abonnieren.

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