• Fragen des Tages: Diskussionen um Reproduktionszahl und BER-Öffnung – das war heute wichtig

Fragen des Tages : Diskussionen um Reproduktionszahl und BER-Öffnung – das war heute wichtig

Weitere Themen in den Fragen des Tages: Die unterwanderten Anti-Corona-Proteste, sinkende Mieten und die Sondersitzung zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Fragezeichen im Gesicht? Lothar Wielers Äußerungen haben für Diskussionen um die Reproduktionszahl geführt.
Fragezeichen im Gesicht? Lothar Wielers Äußerungen haben für Diskussionen um die Reproduktionszahl geführt.Foto: Christian Mang/Reuters

Wie jeden Tag bringen wir Sie mit den Fragen des Tages auf den aktuellen Stand – natürlich mit den passenden Antworten.

Das Corona-Update

Die aktuellen Zahlen zur Pandemie

Die Johns-Hopkins-Universität meldet weltweit knapp 3,1 Millionen bestätigte Infizierte und rund 212.000 registrierte Tote. 

Aktuell sorgt wieder die Reproduktionszahl für Diskussionen. Sie erhöhte sich gestern auf 1 – was bedeutet, dass ein Infizierter einen weiteren ansteckt. Der Wert lag zwischenzeitlich schon bei 0,7. Ist das nun ein Grund zur Sorge? Jein.

[Verfolgen Sie in unseren Liveblogs die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Berlin und zum Coronavirus in Deutschland und der Welt.]

Einerseits kann es bedeuten, dass das Infektionsgeschehen tatsächlich wieder ansteigt (allerdings ist der R-Wert nur eine Schätzung mit nicht unwesentlichen Unsicherheiten), andererseits ist es laut RKI nicht der einzige Wert, der das Corona-Geschehen abbildet. Andere wichtige Faktoren seien etwa die gemeldeten Fallzahlen, die Zahl an freien Intensivbetten und die Testkapazitäten.

Und bei allen drei Werten sieht es aktuell vergleichsweise gut aus. Es gibt so viele freie für Covid-19-Kranke reservierte Betten, dass der Gesundheitsminister ihre Anzahl in Kliniken halbieren will.

Die Testkapazitäten nehmen zu und auch die Fallzahlen sinken deutlich und schnell: Gestern wurden nach aktuellem Stand weniger als 1000 Neuinfektionen gemeldet (Nachkorrekturen sind möglich). Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt am 2. April waren es 6799 neue Fälle. 

Wie die sechs Millionen Masken für Deutschland aus Kenia „verschwanden“: Immer wieder sitzen Staaten beim Maskenkauf Betrügern auf. Der Fall, bei dem sechs Millionen Stück direkt von einem Flughafen weg gestohlen worden sein sollen, wurde nun aufgeklärt. Eine Geschichte über Nepper, Schlepper und dubiose Maskenhändler.

22 Infizierte, ein Toter – und Desinfektionsmittel aus Nagelstudios: Im Berliner Bezirk Lichtenberg wurde eine Senioreneinrichtung wegen eines Corona-Ausbruchs über Nacht geräumt. Mehr als 70 Bewohner kamen in Kliniken. Wie konnte das passieren?

Anti-Corona-Proteste werden unterwandert: Bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen mischen bundesweit vermehrt Rechtextreme und Verschwörungstheoretiker mit. Zuletzt versammelten sich 1000 Menschen vor der Berliner Volksbühne. Sicherheitsexperten befürchten Gewalt.

49, fit, ohne Vorerkrankung - und beinahe vom Virus getötet: Als Lesempfehlung möchte ich Ihnen heute einen Artikel der "New York Times" ans Herz legen. Der Text beschreibt eindringlich, wie Ärzte vier Wochen lang um das Leben des dreifachen Vaters Jim Bello kämpfen und dabei verzweifeln, weil die Krankheit so unvorhersehbar verläuft.

Am Ende, nachdem die Ärzte ihm schon kaum mehr eine Chance eingeräumt hatten, überlebte Bello. Was genau ihm geholfen hat, wissen die Mediziner nicht. Vielleicht war es nur Glück.

Was sonst noch wichtig war

Merkel für ehrgeizigere EU-Klimaschutzziele: Kanzlerin macht sich auch für klimafreundlichen Neustart der Wirtschaft nach der Corona-Krise stark: „Wir müssen den Klimaschutz fest im Blick haben.“

Als Nächstes eine Diktatorin in Nordkorea? Kim Jong Un fehlt weiter in der Öffentlichkeit. Falls er nicht zurückkommt, halten Experten seineSchwester Kim Yo Jong für die wahrscheinlichste Nachfolgerin.

Wohneigentum wird teurer, Mieten sinken: Die Durchschnittsmiete in Berlin sinkt leicht. Der Mietendeckel wirke, sagt Senatorin Lompscher. Die Wohnungspreise aber steigen kräftig. 

BER-Öffnung steht nichts mehr im Weg: Das Bauordnungsamt Dahme-Spreewald hat die Nutzungsfreigabe für das BER-Hauptterminal erteilt. Lediglich luftrechtliche Genehmigungen fehlen noch.

Die Baustelle wird kleiner: Der BER könnte bald eröffnen.
Die Baustelle wird kleiner: Der BER könnte bald eröffnen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Unsere Tipps für den Corona-Alltag

Unser Rezept-Tipp: Teil 32 empfiehlt eine üppige Beilage, die locker als Hauptgericht taugt - Kartoffelgratin mit Äpfeln. 

Unser Hör-Tipp: Zwischen Weltumarmungspop und hartem E-Gitarren-Rock – Ed O'Briens Solodebüt „Earth“ passt perfekt in die Gegenwart. 

Unser Lese-Tipp: Der ewige Wunsch nach Erlösung: Hari Kunzrus „Götter ohne Menschen“ ist ein Roman von brillanter erzählerischer Fülle.

Unser Ausstellungs-Tipp: Das Ende des Zweiten Weltkriegs jährt sich zum 75. Mal. Dem gedenkt die Ausstellung "Von Casablanca nach Karlshorst" vom Museum Karlshorst - aktuell ausschließlich virtuell. 

Unser Theater-Tipp: Das britische Kollektiv Forced Entertainment zeigt sein Stück „End Meeting For All“ auf der Seite des HAU Berlin. Tim Etchells, Kopf der Gruppe, über Verbundenheit in Videokonferenzen. 

Unsere Streaming-Tipps: An diesem Montag hören wir Nina Hoss an der Schaubühne und Gregory Porter noch einmal in der Royal Albert Hall.

„Lang lebe die Königin“. Der letzte Film Hannelore Elsners wird ausgestrahlt.
„Lang lebe die Königin“. Der letzte Film Hannelore Elsners wird ausgestrahlt.Foto: Nestor Bachmann/dpa

Gibt es was im Fernsehen?

Ein letzter Film mit Hannelore Elsner: Die Münchner Tragikomödie „Lang lebe die Königin“ ist der letzte Film mit Hannelore Elsner. Er konnte nur mit einem Kunstgriff vollendet werden.

Was sollte ich für morgen wissen?

Morgen Vormittag findet die Kabinettssitzung statt, danach gibt es eine Sondersitzung zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Ab Juli übernimmt Deutschland für sechs Monate den Vorsitz in der EU; und es wird vielleicht die entscheidendste Phase in der Staatengemeinschaft seit ihrer Gründung.

Schließlich geht es um nicht weniger als den ökonomischen Wiederaufbau Europas nach dem Coronacrash. Wie sich die deutsche Wirtschaft laut Einschätzung der Regierung in den kommenden Monaten entwickeln wird, erklärt Wirtschaftsminister Peter Altmaier ab 14 Uhr in Berlin.

Es gibt kein englisches „Elfmetertrauma“. Der Ball war in der obigen Szene trotzdem nicht drin.
Es gibt kein englisches „Elfmetertrauma“. Der Ball war in der obigen Szene trotzdem nicht drin.Foto: Frank Leonhardt/dpa

Zahl des Tages

696 Elfermeter in EM- und WM-Spielen seit 1976 haben Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) untersucht. Sie wollten der These auf den Grund gehen, dass „Engländer keine Elfmeter schießen können“.

Ergebnis: Die weit verbreitete Annahme und die vermeintliche Erklärung für das englische „Elfmetertrauma“ sind falsch. Demnach treffen englische Fußballer bei Strafstößen nicht schlechter als Spieler anderer Nationen. Damit wäre auch diese Frage geklärt.

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