• Fragen des Tages: R-Wert steigt in Berlin über 1 und Mediziner fordern vollständige Schulöffnung

Fragen des Tages : R-Wert steigt in Berlin über 1 und Mediziner fordern vollständige Schulöffnung

Der BND darf – in Grenzen – weiter überwachen und Ärger in der rot-rot-grünen Koalition. Das Coronavirus-Update und mehr in unserem abendlichen Newsletter.

Am Sonntag spazieren viele Menschen durch den Berliner Mauerpark.
Am Sonntag spazieren viele Menschen durch den Berliner Mauerpark.Foto: imago images/Jochen Eckel

Wie jeden Tag bringen wir Sie mit den Fragen des Tages auf den aktuellen Stand – natürlich mit den passenden Antworten. Zur Anmeldung für den Newsletter geht es hier.

Das Corona-Update

Die aktuellen Zahlen zur Pandemie:

1. Die Johns-Hopkins-Universität meldet weltweit mehr als 4,8 Millionen bestätigte Infizierte und rund 320.000 Tote. 

2. In Deutschland lag nach Tagesspiegel-Auswertung am Montagabend, 18 Uhr, die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten bei  rund 177.600. An Covid19 verstorben sind demnach 8150 Menschen. Ebenfalls nach Tagesspiegel-Auswertungen haben inzwischen 59 Landkreise in Deutschland innerhalb der vergangenen sieben Tage keine Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Coburg und Straubing in Bayern sind demnach die beiden einzigen Landkreise, die aktuell den von der Bundesregierung und den Ländern vereinbarten kritischen Wert von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche überschreiten. Sonneberg in Thüringen liegt mit 49,6 Prozent Neuinfektionen ganz knapp unter dieser Grenze. 

  • Reproduktionszahl steigt in Berlin auf über "1"
    Binnen einer Woche ist in Berlin die Reproduktionszahl R von 0,79 auf 1,07 gestiegen, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilt. Ein Infizierter steckt also im Schnitt 1,07 weitere Personen an. Berlins sogenannte Corona-Ampel steht dennoch weiter auf Grün. (Danach wird entschieden, ob Lockerungen zurückgenommen werden müssen.) Die Warnstufe Gelb wird erst erreicht, wenn der R-Wert drei Mal in Folge über 1,1 liegt. Mehr dazu und zur Lage in der Stadt erfahren Sie hier im Newsblog. Außerdem liegt jetzt ein Konzept für berlinweite Tests in Schulen, Kitas und Pflegeheimen vor. Die Vorlage haben Vivantes und die Charité erarbeitet, wie sie aussieht und was noch zu klären ist, lesen Sie hier. Die eigentlichen Punkte lassen sich nicht markieren, nicht wundern
  • Streit um den EU-Rettungsfonds und die Zukunft nach dem Virus
    Gestern verkündeten Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ihren gemeinsamen Vorstoß für einen 500 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds - und heute folgt prompt die Kritik. Österreich, die Niederlande, Dänemark und Schweden pochen darauf, dass die EU auch den von der Corona-Krise besonders gebeutelten Staaten nur rückzahlbare Kredite und keine Zuschüsse ausgibt. 
    Es ist also ein Plan, der das Zeug für eine wirtschaftliche Wiederbelebung der EU nach der Coronapandemie hat - aber auch zur Spaltung der Gemeinschaft. Wie er aussehen kann und wie es jetzt weitergeht, lesen Sie hier. Doch es war in jedem Fall die richtige Entscheidung der Kanzlerin, sich der französisch geprägten Rettungsfonds-Idee anzuschließen, kommentiert Albrecht Meier. Berlin hat nichts davon, wenn der Süden Europas abgehängt wird.  
  • Mediziner fordern vollständige Öffnung von Schulen und Kitas
    Vier medizinische Fachgesellschaften fordern, Kindergärten und Schulen trotz der Corona-Pandemie wieder vollständig zu öffnen. Berlin will dennoch - wie andere Bundesländer - an einer schrittweisen Öffnung festhalten. Nur Sachsen geht da bisher einen anderen Weg. Wie der aussieht, beschreibt Tilmann WarneckeWeitere Aufzählungspunkte bekommt man durch drücken der Eingabe-Taste, so wie bei Word auch
  • Neue Daten zu an Covid-19 Verstorbenen
    Viele der mehr als 8000 Covid-19-Patienten, die in Deutschland starben, litten offenbar an Vorerkrankungen. Das ergibt sich aus Daten des Robert Koch-Instituts. Doch an welchen Krankheiten genau, wird nicht erfasst. Ebenso wenig soziodemografische Daten, wie etwa der Sozialstatus der Verstorbenen. Warum das wichtig ist, und was Epidemiologen jetzt trotzdem schon für Schlüsse ziehen können, hat Thomas Trappe vom Tagesspiegel Background hier aufgeschrieben

Der Corona-Ticker:
Urlaub trotz Pandemie? Weltärzte-Präsident warnt vor zu viel Lockerungen.
Deutsche Bahn will in Fernzügen doppelt soviele Reinigungskräfte einsetzen.
Scharfe Kritik aus Bundesregierung an Trumps Drohungen gegenüber der WHO.

Was sonst noch wichtig war

Karikatur: Klaus Stuttmann

Unsere Tipps für den Corona-Alltag

Unser Rezept-Tipp 1: Von wegen Hasenfutter - Salat ist gesund und schmeckt köstlich, wenn man das richtige Dressing hat. Susanne Leimstoll hat hier neun verschiedene Saucen-Rezepte zusammengestellt. Eines trifft sicher auch Ihren Geschmack!

Unser Rezept-Tipp 2: Wir bleiben beim Salat und präsentieren drei Variationen, von denen eine auch hartnäckige Salathasser überzeuge dürfte. 

Unser Streaming-Tipp: Heute gehen wir ins Deutsche Theater, seit 18 Uhr und noch bis Mittwoch 12 Uhr streamt das DT "Gespenster" von Henrik Ibsen. Gezeigt wird die Inszenierung von Thomas Langhoff aus dem Jahr 1983. Langhoff nennt das Drama eine "Lach-Tragödie" zweier Generationen, lassen Sie sich überraschen. 

Unser Lese-Tipp: Der großartige Pianist Igor Levit hat in der Corona-Krise bisher insgesamt 52 Klavierkonzerte auf Twitter und vielen Menschen Mut und Freude gegeben. Christiane Peitz hat mit Igor Levit über Musik und Verantwortung gesprochen.

Gibt es was im Fernsehen?

Millionen Menschen starben während des Korea-Krieges Anfang der 50er Jahre, bis heute gibt es keinen offiziellen Friedensvertrag. Wie kam es zu dem Krieg, wer verfolgte welche Interessen, und wie sieht die Lage heute auf der koreanischen Halbinsel, vor allem im Norden, aus? Die Dokumentation "Der ewige Korea-Krieg" läuft heute Abend um 20 Uhr 15 auf Arte (und natürlich in der Mediathek). 

Was sollte ich für morgen wissen?

Das Kabinett in Berlin befasst sich mit den untragbaren Zuständen in deutschen Schlachthöfen und dem miserablen Arbeitsschutz dort. Außerdem wird der Ernährungspolitische Bericht aus dem Hause von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner vorgestellt.

Zahl des Tages!

7 - Gründächer-Projekte werden in Berlin seit dem vergangenen Sommer mit 2,7 Millionen Euro gefördert. "1000 Grüne Dächer" heißt das Programm, dass etwas für den Wasserhaushalt und die Artenvielfalt in der Hauptstadt tun soll. Bisher wurden allerdings erst sieben Anträge genehmigt. Warum das aus Sicht der Verwaltung dennoch der Beginn einer Erfolgsgeschichte ist, analysiert hier Stefan Jacobs

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Wenn Sie Fragen, Anregungen, Kritik zu diesem neuen Newsletter haben, können Sie mir gerne mailen

Danke und herzliche Grüße
Ihre
Ruth Ciesinger
Verantwortliche Redakteurin Online

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