• Fragen des Tages: Thüringen, der nächste Akt. Und Brandenburg in Tesla-Sorge. Was heute wichtig war.

Fragen des Tages : Thüringen, der nächste Akt. Und Brandenburg in Tesla-Sorge. Was heute wichtig war.

Außerdem: Wer von der Grundrente profitiert und womit Erdogan Syrien droht. Die Themen des Tages – und ein paar Empfehlungen.

Suche nach einer Lösung: Vertreter von Die Linke, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und CDU am Mittwoch im Thüringer Landtag.
Suche nach einer Lösung: Vertreter von Die Linke, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und CDU am Mittwoch im Thüringer Landtag.Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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Was ist passiert?
Wie hält die CDU es mit der Linken?
Der nächste Akt im Drama um Thüringen und das Verhältnis der CDU zur Partei Bodo Ramelows. Die von ihm vorgeschlagene Christdemokratin Christine Lieberknecht steht nun doch nicht mehr für eine Übergangsregierung zur Verfügung – aber schlägt eine Koalition von CDU und Linke vor. Matthias Meisner ordnet das Durcheinander.

Brandenburg befürchtet eine Absage von Tesla
Macht Elon Musk einen Rückzieher? Nach dem Rodungsstopp in Grünheide wächst in der Landesregierung die Angst, dass Tesla abspringt und die Gigafabrik doch nicht baut. „Wir sind ein bisschen nervös“, sagt Wirtschaftsminister Jörg Steinbach. Eine endgültige Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts könnte noch diese Woche fallen.

Die Grundrente ist beschlossen – wer profitiert?
Das Bundeskabinett hat an diesem Mittwoch eine Entscheidung gefällt, die Millionen betrifft und Milliarden kostet. Nach langem Streit hat sich die große Koalition auf die Einführung einer Grundrente geeinigt. Der Renten-Zuschlag für Geringverdiener soll ab 2021 gelten. Cordula Eubel erläutert, wie er funktioniert.

Erdogan droht Assad mit Militäroffensive
900.000 Syrer sind auf der Flucht. Vor allem in der Provinz Idlib verschärft sich die Lage. Der türkische Präsident Erdogan hat jetzt dem syrischen Machthaber Assad ein Ultimatum gestellt: Wenn er seine Truppen nicht bis Ende des Monats zurückziehe, stehe ein militärischer Einsatz „unmittelbar bevor“.

Berliner Polizist soll Wortführer in rechtsextremem Chat sein
Kaum etwas ist wichtiger als das Vertrauen in den Staat. Deshalb lässt diese Nachricht aufhorchen: Ein aus Hessen nach Berlin gewechselter Polizist soll Wortführer in einer WhatsApp-Gruppe mit 50 Personen gewesen sein, in der Gewaltdarstellungen und rechtsextreme Inhalte geteilt wurden. „Auf seinem Handy wurde etwas gefunden“, heißt es aus der Justiz.

Was wird diskutiert?
Kann Raed Saleh SPD-Chef? Der Spandauer will mit Franziska Giffey die Berliner Sozialdemokraten anführen. Doch in Kurt Krömer könnte er schon seinen Meister gefunden haben. Der RBB-Talk „Chez Krömer“ geriet zur peinlichen Nummer. „Das glich mehr einer Hinrichtung als einem ebenbürtigen Schlagabtausch, auch wenn das der gute Krömer sicher nicht so beabsichtigt hatte“, schreibt Medienredakteur Markus Ehrenberg über den halbstündigen Auftritt. „Kaum ein Saleh-Satz, kaum ein frischer Gedanke, der aus dem Gespräch heraus erwachsen wäre.“ War Saleh „erschütternd“, wie es in unserer Community heißt, oder „gar nicht so schlecht“? Und hat Krömer daneben gegriffen oder einfach nur die Schwächen seines Gastes aufgezeigt? Hier gelangen Sie zur Debatte – mit einem Video der kompletten Sendung.

Die 126 Rückkehrer aus China wurden in der Kaserne „Südpfalz“ untergebracht.
Die 126 Rückkehrer aus China wurden in der Kaserne „Südpfalz“ untergebracht.Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Was könnte ich lesen?

Unsere Wissenschaftsredaktion arbeitet seit einigen Wochen praktisch rund um die Uhr. Täglich gibt es Neues über das Coronavirus. Richard Friebe stellt Ihnen heute die jüngste Studie aus dem „New England Journal of Medicine“ vor. Darin schildert ein Team aus Frankfurt seine Erfahrungen mit den 126 vor knapp drei Wochen aus Wuhan zurückgekehrten Deutschen. Ihr erstaunlicher Befund: Es gibt deutliche Hinweise, dass das Virus auch von Personen übertragen werden kann, die es zwar in sich tragen, aber völlig gesund sind. Lesen Sie hier mehr zu den Beobachtungen.

Wo könnte ich hingehen?
In Berlin natürlich zum Späti. Schon in den 90er Jahren versorgten sich in dem Laden in der Weinmeisterstraße 4 Clubgänger und Anwohner mit Zigaretten und Getränken, darunter auch einige Absinthe. Mittlerweile ist aus dem Späti ein Absinth-Depot geworden, das über 300 Sorten der Wermutspirituose führt. Mindestens zwölf Flaschen stehen immer zur direkten Verköstigung bereit. Das Unikat im Scheunenviertel ist täglich außer sonntags bis Mitternacht geöffnet. Eine Empfehlung aus dem aktuellen Leute-Bezirksnewsletter für Mitte, zuerst im Checkpoint erschienen.

Gibt es was im Fernsehen?
Berlinale daheim. Wer heute etwas länger aufbleibt, kann sich schon auf die Berliner Filmfestspiele einstimmen, die morgen beginnen – mit einer Dokumentation über ihren langjährigen Chef Dieter Kosslick und das ganze kleine Kino-Universum um ihn herum. Filmemacher Thomas Schadt hat als Zaungast im vergangenen Jahr die Berlinale begleitet. Entstanden ist der Streifen „Das Kino ist tot, es lebe das Kino“zu sehen heute Abend um 23.55 Uhr bei Arte.

Wen wollten wir immer schon mal als Papst sehen? Na, Jude Law und John Malkovich zum Beispiel. Bei Sky ist das möglich, denn dort ist jetzt „The New Pope“ abrufbar, die Fortsetzung von „The Young Pope“. Autor und Regisseur Paolo Sorrentino nimmt Sie mit in seine „Himmel-und-Hölle-Vorstellungswelt der katholischen Kirche“, wie unser Medienredakteur Joachim Huber schreibt. Hier geht's zu seiner Rezension.

Was sollte ich für morgen wissen?
Der Milliardär greift in den US-Wahlkampf ein. Nein, es geht nicht um Donald Trump, sondern um New Yorks Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg. Der nimmt in der Nacht zu Donnerstag erstmals an einer TV-Debatte der Demokraten teil. Malte Lehming erläutert hier, was von seiner späten Kandidatur zu halten ist – ehe morgen früh auf Tagesspiegel.de seine Analyse der Debatte zu lesen sein wird.

Urteil im Goldmünzen-Prozess erwartet. Es war einer der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahre: der Raub der 100-Kilo-Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Berliner Bode-Museum. Das Diebesgut ist nie wieder aufgetaucht. Angeklagt aber sind vier Männer einer polizeibekannten arabischen Großfamilie. Am Donnerstag will das Berliner Landgericht sein Urteil sprechen.

Zahl des Tages: 13 könnte zur Glückszahl für die Hamburger SPD werden. Denn wenige Tage vor der Bürgerschaftswahl sieht eine neue Umfrage die Sozialdemokraten deutlich im Aufwind: 13 Punkte haben sie im Hamburg-Trend von Insa (für „Bild“) seit November zugelegt – von 25 Prozent auf 38 Prozent. Die Grünen hingegen, stärkste Konkurrenten, stagnieren bestenfalls: Sie kamen vor einem Vierteljahr noch auf 26 Prozent und liegen nun nur noch bei 23 Prozent.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Wenn Sie Fragen, Anregungen, Kritik zu diesem neuen Newsletter haben, können Sie mir gerne mailen.

Danke und herzliche Grüße
Ihr
Christian Tretbar
Mitglied der Chefredaktion

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