• Fragen des Tages: Zwei Tote bei Protesten gegen Polizeigewalt und mutmaßlicher Bankräuber festgenommen – was wichtig war

Fragen des Tages : Zwei Tote bei Protesten gegen Polizeigewalt und mutmaßlicher Bankräuber festgenommen – was wichtig war

Außerdem: Koalitionsausschuss einigt sich auf Wahlrechtsreform und Söder widerspricht Spahn. Die Themen des Tages – mit Ausblick auf morgen.

Demonstranten rennen, nachdem die Polizei bei einem Protest gegen Polizeigewalt in Kenosha Tränengas eingesetzt hat.
Demonstranten rennen, nachdem die Polizei bei einem Protest gegen Polizeigewalt in Kenosha Tränengas eingesetzt hat.Foto: imago images/ZUMA Wire/Chris Juhn

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Was ist passiert?

  • "Querdenker"-Demo gegen Coronamaßnahmen verboten
    Die für Samstag in Berlin geplante Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen darf nicht stattfinden. Die Versammlungsbehörde hat am Mittwoch entschieden, dass mehrere angemeldete Demos verboten werden. Begründet wird das Verbot damit, dass „es bei dem zu erwartenden Kreis der Teilnehmenden zu Verstößen gegen die geltende Infektionsschutzverordnung kommen wird“.
    Anfang August hatte bereits eine Demo der sogenannten "Querdenker" in der Hauptstadt stattgefunden, bei der ganz bewusst tausende Menschen gegen die Hygiene- und Abstandsregeln verstießen. In Berlin befürworten die Regierungsparteien SPD, Grüne und Linke die Absage, FDP und AfD kritisieren den Beschluss dagegen scharf
  • Lachnummer Wahlrechtsreform
    Der Koalitionsausschuss hat sich auf eine Wahlrechtsreform verständigt, die den Namen nicht verdient, findet mein Kollege Albert Funk. Im Gegenteil, das Ergebnis "ist peinlich und unwürdig", so seine Analyse.
  • Markus Söder contra Jens Spahn bei Corona-Tests
    Rund zwei Wochen nach ihrer Einführung sollen die kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer wieder gestrichen werden, verkündet der Gesundheitsminister. Bayerns Ministerpräsident widerspricht und will die Kapazitäten lieber noch ausbauen.
  • Zwei Tote bei Protesten gegen Polizeigewalt in Kenosha
    In der US-Stadt Kenosha eskalieren die Proteste gegen die Polizeischüsse auf den Schwarzen Jacob Blake. Ermittelt wird Medienberichten zufolge, ob die tödlichen Schüsse auf Protestierende im Zusammenhang mit der Anwesenheit bewaffneter, selbsternannter weißer Milizen in der Stadt standen.
  • Bankräuber mit Flipflops und Fahrrad
    Am Mittwoch ist in Berlin ein 39-Jähriger festgenommen worden, der im dringenden Verdacht steht, tags zuvor zwei Banken überfallen zu haben. Besonders aufgefallen war der Mann durch seine legere Kleidung und sein ungewöhnliches Fluchtfahrzeug

Was wurde diskutiert?

Karikatur: Klaus Stuttmann

Auch Rechte und Verschwörungsgläubige dürfen demonstrieren: Das Verbot der sogenannten "Querdenker"-Demo am kommenden Samstag wird heftig diskutiert - auch bei uns in der Redaktion. Einige finden: Richtig so, wer von vorneherein ankündigt, sich nicht an Maskenpflicht und Abstandsregeln halten zu wollen, kann in Zeiten wie diesen nicht gleichzeitig auf sein Demonstrationsrecht pochen. Meine Kollegin Fatina Keilani dagegen gehört zu denjenigen, die sagen: Die Demo sollte nicht verboten werden, sondern müsste - unter strengsten Auflagen - stattfinden dürfen. Ihren Kommentar können Sie hier lesen.

Christian Lindner schadet sich vor allem selbst: Der FDP-Chef will seine Generalsekretärin Linda Teuteberg auswechseln, das ist an sich auch sein gutes Recht. Doch die Art und Weise, wie Lindner sich in dieser Führungsfrage verhält, dürfte ihm nachhaltig schaden, schreibt Stephan-Andreas Casdorff.

Die neue Mitte ist - grün: Eigentlich versteht sich die Union als Partei der Mitte, und das war sie auch lange Zeit, schreibt Ralf Fücks, Leiter der Denkfabrik „Zentrum Liberale Moderne“ und ehemaliger Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. Doch wenn die CDU weiterhin führen, will, braucht sie neue Partner, so der Grünen-Politiker. Dazu muss sie sich inhaltlich modernisieren - lesen Sie hier dazu drei Optionen.

Die größte Wut-Granate in der Fußball-Geschichte: Mit einer elfzeiligen Mitteilung per Fax hat der weltbeste Fußballer Lionel Messi nach 20 Jahren seine Ära beim FC Barcelona beendet. Hässlicher könnte ein Abgang kaum sein, und natürlich ist jetzt die große Frage: Wer trägt Schuld daran? Mein Kollege Frank Jansen kommentiert das Drama.

Was könnte ich im Tagesspiegel-Plus Angebot lesen?

Rekonstruktion des Chaos-Sommers: So verlor die Politik innerhalb von Wochen die Kontrolle über Corona. Deutschland galt als Vorbild in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Doch mit dem Sommer kam die Reiselust. Und die Infizierten-Zahlen steigen wieder. Eine Chronologie der politischen Pannen.

Wie kann ich mein Fahrrad wirklich schützen? Die Frage ist nicht, ob ein Rad gestohlen wird, sondern wann. Kann man denn gar nichts tun? Doch: Das sind die Maschen der Diebe und hilfreiche Tipps von Ermittlern.

Was dürfen Hund und Halter in der Stadt? Berlin liebt Hunde - und hasst sie auch. Über wenige Themen wird so viel gestritten. Der Bund plant nun neue Regeln für Besitzer. Was auf diese zukommt, und wie die bisherigen Regeln kontrolliert werden, erfahren Sie hier.

Was können wir unternehmen?

Das Festival Pop-Kultur 2020 besuchen: Wandelbar und paradox: Das Festival Pop-Kultur 2020 startet um 20 Uhr 20 im digitalen Raum mit einem Auftritt des Berliner Duos Madanii & Llucid.

Einen beeindruckenden Debüt-Roman lesen: Deniz Ohde, geboren 1988 in Frankfurt, erzählt in "Streulicht" von einer bedrückenden Arbeiterkindheit und dem schweren Weg durch das deutsche Bildungssystem. Es wäre zu einfach, schreibt mein Kollege Carsten Otte, "den Roman ausschließlich autobiografisch zu lesen. Doch die Erkenntnistiefe der Erzählung lässt erahnen, dass Deniz Ohde durchaus ihre Erfahrungen mit dem bundesdeutschen Schulwesen und wahrscheinlich auch ihre Familiengeschichte verarbeitet hat."

Ein Gläschen Sake trinken: Warum der japanische Reiswein durchaus eine Alternative zum Champagner ist, und wo Sie in Berlin guten Sake finden können, hat Ulrich Amling für Sie aufgeschrieben.

Was sollte ich für morgen wissen?

An diesem Donnerstag berät Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsident*innen der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Es geht vor allem darum, inwieweit die Länder eigene Regeln beibehalten, oder ob es jetzt Zeit ist für bundeseinheitliche Regelungen bei den Corona-Maßnahmen - also bei Maskenpflicht, Abstandsregeln, Geldbußen und zum Beispiel Großveranstaltungen. 

Und ebenfalls am Donnerstag beginnt die weltweit bedeutende Computerspielmesse „Gamescom“, zu der im vergangenen Jahr rund 370.000 Besucher nach Köln gekommen sind. In diesem Jahr findet das Event Corona-bedingt komplett im Netz statt, über „Gamescom Now“ finden Besucher nach der Registrierung zum Beispiel sämtliche Inhalte und Ankündigungen von Entwicklern, Publishern und Partnern, Interviews und Live-Demos. Für Donnerstagabend kündigen die Veranstalter auch eine „große Eröffnungsshow“ an.

Zahl des Tages!

5856 - Zwei Wochen nach Schulbeginn in Berlin hat die Polizei ihre Bilanz der Verkehrskontrollen rund um Schulen vorgestellt. Mit ernüchterndem Ergebnis. Lassen wir es die Polizei in ihren eigenen Worten sagen: "Trotz der im Vorfeld angekündigten Kontrollen sind auf Straßen, in denen wegen der vielen anzutreffenden Kinder besonders vorsichtig hätte gefahren werden müssen, insgesamt 5856 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden."

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Wenn Sie Fragen, Anregungen, Kritik zu diesem neuen Newsletter haben, können Sie mir gerne mailen.

Danke und herzliche Grüße
Ihre
Ruth Ciesinger
Verantwortliche Redakteurin Online

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