Frankreich : "Gelbwesten“ protestieren erneut in mehren Städten

Am Samstag sind in Frankreich erneut Zehntausende unzufriedene Bürger auf die Straße gegangen. Ihr Protest richtete sich auch gegen Polizeigewalt.

Ein Demonstrant in Paris trägt während des Protests eine Augenklappe.
Ein Demonstrant in Paris trägt während des Protests eine Augenklappe.Foto: Francois Mori/AP/dpa

Zehntausende „Gelbwesten“ sind am Samstag in verschiedenen Städten Frankreichs auf die Straße gegangen. Viele protestierten dabei auch gegen das aus ihrer Sicht brutale Vorgehen der Polizei, nachdem zahlreiche Demonstranten seit Beginn der Protestbewegung im November bei Zusammenstößen verletzt worden waren.

Das Innenministerium meldete landesweit 58.600 Teilnehmer, davon 10.500 in Paris. In der Vorwoche waren es nach offiziellen Schätzungen noch rund 69.000.

In Paris zeigten Fernsehbilder kleinere Konfrontationen mit der Polizei. Es gab laut Polizei 30 Festnahmen.

Die Bewegung hatte im November mit Protesten gegen geplante Benzinpreiserhöhungen begonnen, richtet sich inzwischen aber allgemein gegen die Reformpolitik der Mitte-Regierung Macrons. Ihren Namen hat die Bewegung von den gelben Warnwesten, die die Demonstranten tragen.

Demonstranten riefen Parolen gegen Präsident Emmanuel Macron und sangen die französische Nationalhymne. Einige trugen Augenklappen, um an Verletzte zu erinnern, die durch Gummigeschosse der Polizei ihr Auge verloren hatten. Laut einem Bericht der Zeitung „Liberation“ gab es 14 solche Fälle.

Am Freitag hatte das oberste französische Verwaltungsgericht einen Antrag zurückgewiesen, der Polizei den Einsatz von Gummigeschossen zu untersagen. Die Menschenrechtsbeauftragte des Europarates, Dunja Mijatovic, hatte sich Anfang der Woche besorgt über die Zahl und Schwere der Verletzungen als Folge staatlicher Gewalt geäußert.

Innenminister Christophe Castaner dagegen beklagte Vandalismus und Angriffe auf die Polizei. In der Stadt Valence südlich von Lyon zeigte die Präfektur Fotos von Knüppeln, Messern, Helmen und Gasmasken, die beschlagnahmt wurden und meldete 14 Festnahmen. (dpa)

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