Führungsdebatte in der CDU : Schäuble will Personalentscheidung nicht vor Jahresende

Die CDU soll sich zuerst um Inhalte und dann um Personalfragen kümmern, findet Schäuble. Er empfiehlt, frühestens Ende des Jahres die AKK-Nachfolge zu klären.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) leitet die 146. Sitzung des Bundestages am 13.02.2020.
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) leitet die 146. Sitzung des Bundestages am 13.02.2020.Foto: Britta Pedersen/dpa

Der frühere CDU-Chef Wolfgang Schäuble empfiehlt seiner Partei, erst gegen Jahresende oder im kommenden Jahr über Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur zu entscheiden.

„Jedem, der mich fragt, rate ich: Wir müssen jetzt über die inhaltliche Positionierung der CDU sprechen, über das Grundsatzprogramm und erst danach die Personalfrage klären. Das reicht Ende des Jahres oder Anfang des kommenden Jahres völlig aus“, sagte der Bundestagspräsident dem „Handelblatt“.

Damit stellt sich Schäuble gegen den Rat von CSU-Chef Markus Söder, jetzt zügig über den CDU-Vorsitz zu entscheiden und erst später gemeinsam mit der Schwesterpartei über den Kanzlerkandidaten. Zu Söders Plan sagte Schäuble: „Das ist nun genau das Gegenteil von dem, was Frau Kramp-Karrenbauer vorgeschlagen hat. Ich werbe dafür, am ursprünglich besprochenen Fahrplan der CDU-Gremien festzuhalten.“

Ansonsten habe die CDU demnächst einen neuen Chef, aber das grundlegende Problem, dass aktuell Parteivorsitz und Kanzleramt getrennt sind, werde nicht gelöst. Die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte beklagt, dass sich diese Trennung nicht bewährt habe.

Teamlösung könnte Partei befrieden

Die von den möglichen CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Armin Laschet, Friedrich Merz und Jens Spahn ins Spiel gebrachte sogenannte Teamlösung sieht Schäuble als Vorschlag zu Befriedung. „Dahinter verbirgt sich der Wunsch, Personalstreit zu vermeiden.“ Nur, so Schäuble weiter, „konnte man sich aber wohl nicht darauf einigen, wer das Team anführt“. Eine Empfehlung für den Parteivorsitz wollte Schäuble in dem Interview nicht abgeben.

An diesem Montag beraten in Berlin die CDU-Führungsgremien über den Personalstreit und den weiteren Fahrplan. In der Parteispitze wird eine Formation mit einer Art Integrationsfigur als künftigem Parteichef und starken Vertretern verschiedener Flügel für die nächste Bundestagswahl favorisiert, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Ziel sei es, eine Kampfkandidatur auf einem möglichen Sonderparteitag im Mai oder Juni zu verhindern. (dpa)

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