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Für Abkommen mit Eritrea : Friedensnobelpreis geht an Äthiopiens Premier Abiy Ahmed

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed erhält 2019 den renommiertesten politischen Preis der Welt. Dies wurde von der Jury in Oslo verkündet.

Der äthiopische Ministerpräesident Abiy Ahmed.
Der äthiopische Ministerpräesident Abiy Ahmed.Foto: epd

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Er wird für seinen Einsatz für Frieden und internationale Zusammenarbeit und vor allem für seine Initiative zur Lösung des Grenzkonflikts mit dem äthiopischen Nachbarland Eritrea ausgezeichnet. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt. Im Juli 2018 unterzeichneten Äthiopien und Eritrea einen Friedensvertrag, der den 20 Jahre dauernden Streit zwischen den Ländern offiziell beendete.

[Wer ist Abiy Ahmed? Ein ausführliches Porträt des Preisträgers lesen Sie hier.]

Der reformorientierte Regierungschef werde "für seine Bemühungen um Frieden und internationale Zusammenarbeit und insbesondere für seinen entschlossenen Einsatz zur Lösung des Grenzkonflikts mit dem benachbarten Eritrea" geehrt, erklärte die Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen. Vor der Bekanntgabe der Auszeichnung hatte das Komitee den Preisträger noch nicht erreicht. „Wenn er mir jetzt zuschaut, möchte ich ihm meine herzlichsten Glückwünsche übermitteln“, sagte sie bei der Verkündung.

Damit stehen die Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden fest. Am Montag folgt abschließend die Bekanntgabe des Wirtschaftsnobelpreises, der als einziger nicht auf das Testament des schwedischen Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurückgeht.

Die Auszeichnung, der von der norwegischen Nobeljury vergeben wird, gilt als der renommierteste politische Preis der Welt und ist mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr erhielten sie der kongolesische Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe.

Insgesamt wurden bisher 130 verschiedene Preisträger gekürt

Die Jury hatte in diesem Jahr die Wahl zwischen 301 Nominierten, unter ihnen 223 Persönlichkeiten und 78 Organisationen. Im Vorfeld war spekuliert worden, der Preis könne in diesem Jahr an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg gehen.

Thunberg ist das Vorbild der weltweiten Klimaproteste, die seit Monaten unter dem Motto Fridays for Future stattfinden. Als weitere Favoriten galten unter anderen der brasilianische Häuptling Raoni Metuktire und Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sowie Organisationen wie Reporter ohne Grenzen.

99 Mal hat das norwegische Nobelkomitee seit 1901 die Auszeichnung vergeben, insgesamt wurden 130 verschiedene Preisträger gekürt, darunter 89 Männer, 17 Frauen und 24 Organisationen. In 19 Jahren gab es, vor allem in Kriegs- und Krisenzeiten, keinen Preisträger. Die diesjährige Vergabe ist die 100. und somit ein Jubiläum für die Jury.

Die Auswahl trifft eine Jury, die vom norwegischen Parlament ernannt wird

Jüngste Preisträgern ist bisher die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai, die 2014 im Alter von damals 17 Jahren ausgezeichnet wurde. Zuletzt war der Friedensnobelpreis im Jahr 2007 für Bemühungen gegen den Klimawandel vergeben worden. Damals erhielten ihn der Aktivist und frühere US-Vizepräsident Al Gore sowie der Weltklimarat (IPCC).

Der Friedensnobelpreis wird im Gegensatz zu den anderen Nobelpreisen nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Dort wird er am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel, auch überreicht. Für die Auswahl ist eine Jury zuständig, die vom norwegischen Parlament ernannt wird. (dpa, AFP)

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