• Fußball-WM in Sotschi: Bundesregierung fordert von Russland Visum für ARD-Dopingexperten Seppelt

Fußball-WM in Sotschi : Bundesregierung fordert von Russland Visum für ARD-Dopingexperten Seppelt

Die Bundesregierung fordert Russland dazu auf, Dopingexperte Hajo Seppelt die Einreise an die Fußball-WM zu ermöglichen. Moskau hatte das Visum des Journalisten für ungültig erklärt.

ARD-Journalist Hajo Seppelt drehte mehrere Filme über Doping im russischen Sport.
ARD-Journalist Hajo Seppelt drehte mehrere Filme über Doping im russischen Sport.Foto: AFP PHOTO / FABRICE COFFRINI

Nach der Rücknahme des WM-Visums für den ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt durch Russland hat die Bundesregierung Moskau dazu aufgefordert, die Entscheidung zurückzunehmen. Berlin halte "die Maßnahme der russischen Behörden, Herrn Seppelt das Visum für ungültig zu erklären, für falsch", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Die Bundesregierung hoffe, dass Russland "diese aus unserer Sicht falsche Entscheidung revidiert", und appelliere an Moskau, Seppelt die Einreise zur Berichterstattung über die Fußball-WM zu ermöglichen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts ergänzte, die Bundesregierung setze sich "nachdrücklich dafür ein, dass diese Entscheidung revidiert wird". Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ließ über einen Sprecher erklären, er habe keine konkreten Reisepläne für einen Besuch der WM. Der Sprecher verwies auch auf Interviewäußerungen Seehofers, dass Sport nicht für politische Zwecke missbraucht werden solle - weder von Gästen noch vom Gastland.

Tobias Hans (CDU): Visumsverwerigerung "nicht hinnehmbar"

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) bezeichnete die Visumsverweigerung als "nicht hinnehmbar". Er setze in diesem Zusammenhang auf das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Russlands Staatschef Wladimir Putin am Freitag in Sotschi, sagte Hans der "Saarbrücker Zeitung" vom Montag. Ein genereller WM-Boykott durch die Politik sei aber "zum jetzigen Zeitpunkt überzogen".

Die SPD-Bundestagsfraktion forderte den Deutschen Fußballbund (DFB) auf, sich als "Schwergewicht im Weltfußball bei der Fifa für einen freien Journalismus" einzusetzen. Die Fifa selbst habe mehrfach betont, welch hohen Stellenwert die Pressefreiheit für sie habe. Daher müssen die Fifa-Funktionäre ihren Einfluss auf die russische Regierung geltend machen, damit Seppelt und alle anderen Journalisten ungehindert aus Russland berichten könnten, erklärte der sportpolitische Fraktionssprecher Detlev Pilger.

Seppelts Film "Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht" hatte die Aufdeckung des russischen Dopingskandals bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi zur Folge. Dem Journalisten wurde das bereits ausgestellte Visum für die Einreise zur Fußball-WM entzogen. Die WM in Russland beginnt am 14. Juni. (AFP)

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