Gastbeitrag von Norbert Blüm : Der Asylstreit - ein Stück fürs bayrische Volkstheater

Bayern will den Flüchtlingsstrom aufhalten. Das könnte absurde Züge annehmen mit Staukolonnen, verärgerten Touristen und geschädigter Wirtschaft. Ein Zwischenruf.

Bayern und die Grenze. Das kann ja noch was werden.
Bayern und die Grenze. Das kann ja noch was werden.Foto: Sven Hoppe/dpa

Die Diskussion über die Flüchtlingsfrage nimmt langsam groteske Züge an. Wäre der Streit darüber nicht zu ernst, man könnte daraus ein Stück fürs bayrische Volkstheater machen.

Wie hoch wird denn die Mauer sein, die den Flüchtlingsstrom aufhalten soll?

Werden die bayrischen Gebirgsjäger jeden Fußsteig über die Alpen absperren und die bayrischen Förster jeden Trampelpfad durch Grenzwälder abriegeln?

Es muss auch für die entlegenste Gegend eine Einsatzreserve bereitstehen, damit kein einsamer Grenzposten überrannt werden kann. Das Ganze muss noch durch flächendeckenden Ausbau der Breitbandverkabelung in den Grenzgebieten abgesichert werden, damit jederzeit die Einreisenden digital überprüft werden können.

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CSU bleibt im Flüchtlingsstreit mit der CDU hart
CSU bleibt im Flüchtlingsstreit mit der CDU hart

Die Staukolonnen an den regulären Übergängen werden bald die Grenzgebiete lahmlegen, die Wirtschaft schädigen und die Touristen verärgern. Der Rückstau vom Übergang Kiefersfelden  wird voraussichtlich am Stammtisch im Münchener Hofbräuhaus landen. Dort wird der bayrische Ministerpräsident Söder Freibier für Heimattreue spendieren.

Es gibt für die Flüchtlingsfrage nur eine europäische Lösung oder gar keine!

Der Autor war für die CDU von 1982 bis 1998 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.

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