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Geiselnahme in der Ukraine : Mann hält Geiseln in Bus fest und droht mit Bombenexplosion

Im Nordwesten der Ukraine hat ein schwer bewaffneter Mann mindestens zehn Menschen in seine Gewalt gebracht. Es sollen Schüsse gefallen sein.

Einsatzkräfte im Sperrkreis rund um die Geiselnahme
Einsatzkräfte im Sperrkreis rund um die GeiselnahmeFoto: REUTERS

Ein schwer bewaffneter Mann hat in einem Bus in der Ukraine mindestens zehn Geiseln genommen. Das teilte die ukrainische Polizei mit. Der Mann überfiel einen Bus in der westukrainischen Stadt Lutsk und soll explosives Material und Waffen bei sich tragen. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um ein Sturmgewehr und Handgranaten. Die Polizei sei bereit einzugreifen, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Dienstag mit. 

Er soll damit drohen, den Bus in die Luft zu sprengen. Das Fahrzeug steht momentan im Zentrum der Stadt, das Gebiet drumherum wurde von Spezialeinsatzkräften abgeriegelt. Er soll außerdem damit gedroht haben, eine Bombe an einer anderen Stelle in der Stadt deponiert zu haben.

Einem Polizeivertreter zufolge fielen auch Schüsse. Auf einem Video, das auf Twitter veröffentlicht wurde, sind Schüsse und ein lauter Knall zu hören. Berichten zufolge gibt es keine Verletzten.

Tweets und Videobotschaften des Geiselnehmers

Auf Twitter sendete der Geiselnehmer Botschaften auf Russisch. Aus den Tweets lässt sich schließen, dass der Mann die Aufmerksamkeit von Journalisten möchte. Sein Account wurde mittlerweile gesperrt.

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Er veröffentlichte vor der Geiselnahme auch eine Videobotschaft, in der er sich mit einem Maschinengewehr zeigt. Darin sagt er kryptisch: „Anti-System. Lasst euch nicht täuschen, feiert die Wahrheit.“ Auch YouTube hat mittlerweile das Video gelöscht.

Er fordert, dass ukrainische Politiker Videos von sich auf YouTube veröffentlichen, in denen sie von sich behaupten, sie seinen „Terroristen des Gesetzes".

Der ukrainische Innenminister Anton Gerashchenko habe versichert, die Einsatzkräfte würden alles tun, um die Situation zu deeskalieren. Ein Dialog mit dem Geiselnehmer sei die oberste Priorität, sagte Gerashchenko und wies auf „den komplexen Geisteszustand“ des Verdächtigen hin.

Zuvor nahm der Geiselnehmer selbst Kontakt zur Polizei auf und stellte sich als Maksym Plochoi vor. Der Mann sei den Behörden bekannt. Während mehrjähriger Gefängnisstrafen soll der in Russland geborene 46-Jährige ein Buch mit dem Titel „Philosophie eines Verbrechers“ geschrieben haben. Er sei zudem in psychiatrischer Behandlung gewesen, hieß es.

Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von „beunruhigenden Nachrichten aus Lutsk". Es werde alles unternommen, die Situation gewaltlos zu lösen, erklärte er auf Facebook. Innenminister Arsen Awakow reiste nach Angaben seines Ministeriums nach Luzk, um eine Lösung der Krise zu koordinieren.(mit AFP, dpa)

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