Brüderle beharkt besonders die Grünen

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Generaldebatte zum Nachlesen im Blog : Endspurt im Wahlkampf: Merkel lobt sich und Steinbrück tadelt
Steinbrück greift an und Merkel hört weg. Bei seiner Antwort auf die Kanzlerin im Bundestag erklärt der SPD-Kandidat die Regierung zur "tatenlosesten aber vollmundigsten seit der Wiedervereinigung".Weitere Bilder anzeigen
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02.09.2013 16:08Steinbrück greift an und Merkel hört weg. Bei seiner Antwort auf die Kanzlerin im Bundestag erklärt der SPD-Kandidat die Regierung...

11.19 Uhr

Gregor Gysi attackiert seinen Vorredner von der FDP, Rainer Brüderle, wegen des Betreuungsgeldes. Brüderle aber zuckt nur mit den Schultern, hebt ratlos die Arme und grinst Richtung Unionsfraktion. Denn die FDP war gegen das Betreuungsgeld.

11.06 Uhr

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Gregor Gysi, warnt vor einem Militärschlag in Syrien. Das könne unabschätzbare Folgen haben. Er fordert, die Waffenlieferungen nach Syrien endlich einzustellen. "Wenn keinen Waffen geliefert würden, wäre der Krieg längst zu Ende."

11.05 Uhr

Jetzt kommt Bewegung ins Plenum. Merkel wandert umher, plaudert erst einmal im Gang mit Unions-Fraktionschef Volker Kauder, der heute Geburtstag hat. Dann schlendert sie Richtung Unionsfraktion, wo sie mit der CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt schnackt. Dann aber findet sie offenbar niemanden mehr zum Reden. Sie blickt etwas suchend in die Reihen von Grünen und SPD, aber entweder will sie sich dort einfach mit niemandem unterhalten oder aber sie scheut ein Bild mit der SPD, was nur die Debatte um eine große Koalition befeuern würde. Dann lieber zurück auf ihren Platz und etwas ins Handy tippen. Wobei, zu einem Gespräch mit Frank Müntefering, ihrem früheren Vize-Kanzler von der SPD, kommt es dann doch noch.

10.53

Brüderle erinnert SPD und Grüne daran, dass Griechenland während ihrer Regierungszeit in die Euro-Gruppe aufgenommen wurde. Und obwohl Gabriel das als falsch erkannt hatte, habe Kanzler Gerhard Schröder das mit umgesetzt. " Sie tragen die Verantwortung dafür."

10.51 Uhr

Brüderle liebt Vergleiche und rhetorische Bilder. Davon malt er vor allem bei den Grünen gleich mehrere. So gleiche das Grünen-Wahlprogramm einem Roman, nur sei das weniger "Die Buddenbrooks" mehr "Schöne neue Welt." Er bezeichnet die Pläne der Grünen als "Verbotspolitik". Deutschland sei aber keine "Zwangserziehungsanstalt für Grüne Politik". Ihm sei es egal, ob Renate Künast (die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion) donnerstags kein Fleisch esse. Ihr Veggieday mag ja nur ein Angebot sein, aber Brüderle erinnert das an die Mafia nach dem Motto: "Das ist ein Angebot, das sie nicht ablehnen können." Schließlich kommt er noch mal zur Literatur zurück und hat es jetzt: Das Grünen-Programm sei eine "Anleitung zum Unglücklichsein".

10.42

Brüderle kritisiert Steinbrück, weil er Merkel ihre Ostdeutsche Herkunft vorgeworfen habe. Der FDP-Politiker bezeichnete das als "unanständig".

In der Tat hatte Steinbrück Merkel bei einer Veranstaltung des Tagesspiegel vorgeworfen, ihr gehe die Leidenschaft für Europa ab – mit dem Argument, sie sei in der DDR sozialisiert worden. Damit hat er sich aber eher selbst geschadet, meint unser Autor Robert Ide.

10.39 Uhr

Rainer Brüderle bringt gleich seinen Wahlkampfklassiker, die Abschaffung des Soli. Der solle nach seinen Vorstellungen und denen der FDP spätestens im Jahr 2019 abgeschafft werden, wenn der Solidarpakt II ausläuft. Applaus gibt es von der FDP, aber auch in den Reihen der Union klatschen einige, wenn auch zaghaft.

10.33 Uhr

Auch Steinbrück hat seine Rede beendet Er bekommt Applaus von SPD und Grünen. Nach gut einer Minuten versucht Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms von der FDP die Beifallskundgebungen zu unterbrechen, er scheitert erst einmal. Es wird weiter geklatscht und teils gejohlt. Dann tritt FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle ans Rednerpult. "Woher beziehen Sie nur Ihr überbordendes Selbstbewusstein", stellt er Steinbrück eine rhetorische Frage. "Sie haben einen Pannenstatistik wie ein Fiat Punto und führen sich auf wie ein Mercedes."

Die Stimmung im Bundestag bleibt weiter fröhlich bis karnevalistisch.

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