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Geschrei und Türenknallen : Johnson wegen unbeantworteter Fragen zu Streit mit Freundin in der Kritik

Boris Johnson und seine Freundin geraten aneinander. Die Polizei muss nicht eingreifen. Doch politisch könnte der Vorfall Folgen haben.

Boris Johnson an seiner Haustür in London
Boris Johnson an seiner Haustür in LondonFoto: Reuters/Henry Nicholls

Der Favorit im Rennen um das Amt des britischen Premierministers, Boris Johnson, ist wegen unbeantworteter Fragen zu einem Polizeieinsatz bei seiner Wohnung in die Kritik geraten. Mehrere Sonntagszeitungen in Großbritannien titelten mit der Weigerung des 55 Jahre alten Tory-Politikers, zu dem Vorfall Stellung zu nehmen.

Er hatte bei einer Regionalkonferenz der Konservativen Partei am Samstag in Birmingham mehrfach abgelehnt, sich zu Berichten über einen lautstarken Streit zwischen ihm und seiner Lebensgefährtin zu äußern. Selbst erzkonservative Boulevardzeitungen wie die „Sun“, die hinter dem Bekanntwerden des Vorfalls eine „linke Verschwörung“ witterten, schlossen sich der Kritik an Johnsons Schweigen an. Der „Sunday Express“ titelte: „Warum sagt uns Boris nicht, was passiert ist?“ (Hier eine Presseschau der BBC mit einem Überblick über die Sonntagszeitungen.)

Johnson und sein Konkurrent im Rennen um die Nachfolge von Theresa May, Außenminister Jeremy Hunt, präsentierten sich in Birmingham erstmals der Parteibasis. Bis Ende Juli sollen die geschätzt 160.000 Mitglieder der Konservativen Partei per Briefwahl über den neuen Parteichef und damit den Premierminister abstimmen.

Polizei muss nicht eingreifen

Der Streit zwischen Johnson und seiner Lebensgefährtin hatte die Londoner Polizei auf den Plan gerufen. Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtete, alarmierte ein besorgter Nachbar in der Nacht zum Freitag die Polizei und meldete einen lauten Streit mit Geschrei und Türenknallen in der Wohnung von Johnson und seiner Freundin Carrie Symonds.

Dem Bericht zufolge war zu hören, wie Symonds den ehemaligen Londoner Bürgermeister und Ex-Außenminister anschrie, er solle sie "in Ruhe lassen" und "aus meiner Wohnung verschwinden".

Der Anruf sei um kurz nach Mitternacht Ortszeit eingegangen, teilte die Metropolitan Police mit. "Der Anrufer war um das Wohl seiner Nachbarin besorgt", sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei habe dann mit den Bewohnern der fraglichen Wohnung gesprochen, die alle wohlauf gewesen seien. Die Polizei habe keinen Anlass zum Eingreifen gesehen.

Der Nachbar sagte dem "Guardian", er habe den Streit von seiner eigenen Wohnung aus aufgenommen. Er habe drei Mal an die Tür von Johnson und Symonds geklopft, aber niemand habe reagiert. Er versicherte, er habe "zwei sehr laute Schreie" und einen "lauten Knall" gehört, der die Mauern erzittern ließ. (dpa, AFP)

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