• Gewalt im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Griechenland: Vereinte Nationen alarmiert wegen Griechenlands Umgang mit Migranten

Gewalt im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Griechenland : Vereinte Nationen alarmiert wegen Griechenlands Umgang mit Migranten

Im Grenzgebiet zwischen Griechenland und der Türkei kommt es in den vergangenen Monaten offenbar vermehrt zu Zwischenfällen. Die EU-Kommission fordert Aufklärung durch die griechischen Behörden.

Migranten laufen Anfang März in der Nähe des Evros-Flusses an der griechisch-türkischen Grenze auf Bahngleisen. In der Gegen kommt es immer wieder zu Gewalt gegen Geflüchtete.
Migranten laufen Anfang März in der Nähe des Evros-Flusses an der griechisch-türkischen Grenze auf Bahngleisen. In der Gegen kommt...Foto: Dimitris Tosidis/XinHua/dpa

Die UN-Organisation für Migration (IOM) ist wegen Videos alarmiert, die offenbar zeigen, wie Migranten an der europäischen Außengrenze teils mit Gewalt zurückgedrängt werden. Solche Berichte gebe es von der griechisch-türkischen Landgrenze ebenso wie aus den Gewässern zwischen Griechenland und der Türkei, sagte ein IOM-Sprecher am Freitag in Genf. Migranten hätten von Gewalt durch Grenzpersonal berichtet.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) äußerte sich ähnlich. Solche Zwischenfälle häuften sich seit März, sagte ein Sprecher in Genf. Aus der Türkei hätten im März nur 3000 Asylsuchende Griechenland über Land und Meer erreicht - deutlich weniger als in den Monaten davor. Gleichzeitig seien die Berichte über Rückweisungen gestiegen.

Grenzposten dürften gerade in der derzeitigen Coronavirus-Pandemie nichts tun, was die Menschenrechte der Migranten verletze, so IOM und UNHCR. Dazu gehört nach IOM-Angaben etwa der Bau von Grenzmauern, die Militarisierung von Grenzen oder zusätzliche Abschiebungen. Das Flüchtlingshilfswerk verwies darauf, dass Asylsuchende an der griechischen Grenze nicht abgewiesen werden dürften.

Die EU-Kommission bekräftigte am Freitag, man erwarte von den griechischen Behörden Aufklärung. Sie sollten Ermittlungen einleiten und die nötigen Maßnahmen ergreifen, sagte ein Sprecher in Brüssel. (dpa)

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