Giftanschlag auf Ex-Spion und Tochter : Julia Skripal möchte keine russische Hilfe

Die zusammen mit ihrem Vater vergiftete Julia Skripal schlägt das Hilfsangebot der russischen Botschaft in London aus. Die genesende Tochter des Ex-Spions ist an einem sicheren Ort.

Julia Skripal
Julia SkripalFoto: dpa/AP/Facebook/Julia Skripal

Die bei einem Giftangriff in Großbritannien verletzte Julia Skripal lehnt die angebotene Hilfe der russischen Botschaft in London ab. "Im Moment möchte ich von deren Leistungen nicht Gebrauch machen", teilte die Russin in einer über Scotland Yard verbreiteten Stellungnahme mit.

Sie möchte außerdem keinen keinen Kontakt zu ihrer Cousine Viktoria Skripal in Russland haben. "Ihre Meinungen und Behauptungen sind nicht meine und die meines Vaters", teilte Julia Skripal weiter mit. Die Cousine spielt eine undurchsichtige Rolle. Sie hatte unter anderem behauptet, die Skripals könnten auch unter einer Fischvergiftung leiden. Einem BBC-Bericht zufolge befürchtet Großbritannien, dass sie vom Kreml instrumentalisiert wird.

Julia Skripal war zuvor aus der Klinik entlassen worden. Sie ist nach eigenen Angaben an einem sicheren Ort. Auch ihrem Vater Sergej Skripal gehe es mittlerweile besser, der frühere Ex-Agent werde jedoch weiter in der Klinik  behandelt.

Die Skripals waren am 4. März bei einem Giftanschlag im südenglischen Salisbury verletzt worden. Die britische Regierung macht Russland für den Angriff verantwortlich. Ihren Erkenntnissen nach wurden die Skripals mit Nowitschok vergiftet – einem Nervengift, das in der ehemaligen Sowjetunion hergestellt wurde.

Der Fall belastet die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und einer Vielzahl westlicher Länder. Zahlreiche EU-Staaten, die USA, Australien und Kanada haben russische Diplomaten ausgewiesen, Russland reagierte mit entsprechenden Gegenmaßnahmen. (dpa)

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