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Giftanschlag auf Kremlkritiker Nawalny : Russland bittet Berliner Staatsanwaltschaft um Rechtshilfe

Ein Rechtshilfeersuchen der russischen Behörden ist in Berlin eingetroffen. Die Nato fordert unterdessen eine internationale Untersuchung zum Fall Nawalny.

Alexej Nawalny, Oppositionspolitiker von Russland, ist in Berlin aus dem Koma erwacht (Archivbild).
Alexej Nawalny, Oppositionspolitiker von Russland, ist in Berlin aus dem Koma erwacht (Archivbild).Foto: dpa/AP/Pavel Golovkin

Im Falls des vergifteten russischen Kremlkritikers Alexej Nawalny hat die russische Justiz ein Rechtshilfeersuchen an die deutschen Behörden gestellt. Dieser wurde am Freitag an die Landesjustizverwaltung Berlin übermittelt, wie diese auf Twitter mitteilte. Die Zuständigkeit Berlins ergebe sich daraus, dass Nawalny in einem Berliner Krankenhaus behandelt wird.

Der Oppositionspolitiker war am 20. August auf einem Flug in Russland plötzlich ins Koma gefallen und später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt worden. Nach Angaben der Charité ist sein Gesundheitszustand weiter ernst. Russland weist jede Verantwortung für die Vergiftung Nawalnys zurück.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, dass sie es als zweifelsfrei erwiesen ansieht, dass Nawalny mit dem militärischen Nervengift Nowitschok vergiftet wurde.

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Die Nato forderte von Russland die Zustimmung zu internationalen Ermittlungen zur Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny. „Die russische Regierung muss im Rahmen einer unparteiischen internationalen Untersuchung uneingeschränkt mit der Organisation für das Verbot chemischer Waffen zusammenarbeiten“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag nach Beratungen mit den Nato-Botschaftern der Mitgliedstaaten. „Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gebracht werden.“

Die Tat sei nicht nur ein Angriff auf einen Einzelnen, sondern auch ein schwerer Verstoß gegen das Völkerrecht, der eine internationale Reaktion erfordere, sagte Stoltenberg weiter. Er verwies auch darauf, dass in Russland nicht zum ersten Mal ein „Regimekritiker“ angegriffen wurde. Manche seien sogar getötet worden, sagte Stoltenberg. (dpa)

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