• Grüne Europapolitikerin widerspricht Kretschmann: Ska Keller will keine „Verschickung aufs Land“ für Gewalttäter

Grüne Europapolitikerin widerspricht Kretschmann : Ska Keller will keine „Verschickung aufs Land“ für Gewalttäter

Ab in die Pampa mit gewaltbereiten männlichen Flüchtlingen? Die Fraktionschefin der Grünen im Europaparlament, Ska Keller, widerspricht.

Ska Keller, grüne Europa-Spitzenkandidatin.
Ska Keller, grüne Europa-Spitzenkandidatin.Foto: Mike Wolff

Die Fraktionschefin der Grünen im Europaparlament, Ska Keller, hat Überlegungen von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann widersprochen, gewaltbereite männliche Flüchtlinge „in die Pampa“ zu schicken. „Gegen Gewalttäter muss man strafrechtlich vorgehen, nicht mit Verschickung auf Land“, sagte Keller im Interview mit dem Tagesspiegel. Auch seine Wortwahl finde sie „nicht ansprechend“. Klar sei aber auch, dass die Grünen immer dezentrale Unterbringung gefordert hätten, nicht nur, weil das die Integrationschancen verbessere. „Wenn man Leute in Masseneinrichtungen unterbringt, sorgt das auch für wirklichen Konfliktstoff“, sagte sie.

Kretschmann hatte der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“ gesagt: „Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden. Solche testosterongesteuerten Gruppen können immer Böses anrichten.“ Großstädte seien für solche Leute attraktiv, weil sie dort anonym seien und Gleichgesinnte träfen. „Solche Gruppen muss man trennen und an verschiedenen Orten unterbringen“. Der Gedanke, einige von ihnen „in die Pampa“ zu schicken, sei nicht falsch.

Bedenken gegen Weber (CSU) als Juncker-Nachfolger

Mit Blick auf mögliche Nachfolger von Jean-Claude Juncker im Amt des EU-Kommissionspräsidenten äußerte die Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Europawahl Bedenken gegen den EVP-Spitzenkandidaten Manfred Weber. „Er hat es bislang nicht deutlich ausgeschlossen, dass er sich mit Stimmen vom äußersten rechten Rand im Europaparlament zum Kommissionschef mitwählen lassen würde. Jemand, der sich von Rechtsaußen unterstützen lässt, ist für uns nicht tragbar“, sagte Keller. Es gebe „keine Automatismus“, dass jemand von den Konservativen die Nachfolge antreten müsse. „Wir werden schauen, welcher der Kandidaten aus unserer Sicht die meisten Inhalte mitbringt“, sagte sie.

Lesen Sie das ganze Interview mit Ska Keller im Wortlaut in der Sonntagausgabe des Tagesspiegels oder schon am Sonnabend ab 19.30 Uhr im Tagesspiegel-E-Paper.

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