Politik : Heftiger Streit im Jüdischen Weltkongress

-

Jerusalem - Der Jüdische Weltkongress hat seinen Vorsitzenden Israel Singer (64) inmitten eines Machtkampfes ohne Angabe von Gründen aller Ämter enthoben. In der Organisation gebe es ein erbittertes Ringen um die Kontrolle über das Jerusalemer Büro, berichteten israelische Medien am Freitag. Jüdische Vertreter aus Europa und Israel beklagten Unregelmäßigkeiten und drohten als Reaktion auf die Entscheidung mit einem Austritt aus dem Weltkongress, der jüdische Gemeinden in mehr als 80 Staaten repräsentiert.

Singer habe sich geweigert, in dem Machtkampf Stellung zu beziehen und damit Führungsmitglieder aus New York verärgert, berichtete die „Jerusalem Post“. Er selbst sei schockiert über seine Entlassung, wurden Mitarbeiter zitiert. Singer hat drei Jahrzehnte für jüdische Organisationen gearbeitet. Zur Entlassung wurden seine Verdienste bei der Auswanderung von Juden aus der früheren Sowjetunion und der Sicherung von Entschädigungsansprüchen nach dem Holocaust gewürdigt. Die Entscheidung wurde den Berichten zufolge unter Führung des Präsidenten des in New York ansässigen Weltkongresses, Edgar Bronfman, getroffen. Während einer Telefonkonferenz sei auch eine umstrittene Resolution angenommen worden, mit der alle Zahlungen an die israelische Sektion gesperrt und eine Finanzprüfung im Jerusalemer Büro beschlossen wurde. dpa

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!