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Höchster Wahlkampfetat aller Zeiten : Grüne rüsten Personal in Parteizentrale auf

Die Grünen spüren schon seit einer Weile, dass ihre Strukturen den gestiegenen Anforderungen kaum noch standhalten. Jetzt schaffen sie neue Stellen.

Das Büro der beiden Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck (Grüne) wird verstärkt.
Das Büro der beiden Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck (Grüne) wird verstärkt.Ina FASSBENDER / AFP

Die Grünen rüsten sich für alle Fälle und erhöhen das Personal in der Parteizentrale deutlich. Gab es Ende 2019 noch 65 sozialversicherungspflichtige Stellen, so sollen nach Informationen des Tagesspiegels im kommenden Jahr 20 weitere dazu kommen. Im Wahlkampfjahr 2021 soll die Bundesgeschäftsstelle in der heißen Phase nochmals um weitere 35 Stellen verstärkt werden.

Der Zuwachs soll quer durch alle Abteilungen gehen. „Wir stärken uns strukturell, programmatisch und kommunikativ“, sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner dem Tagesspiegel.
Unter anderem wird das Büro der beiden Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck verstärkt. Dort wird eine zusätzliche Referentenstelle für Reden und strategische Beratung geschaffen, die David Simon übernehmen soll, der bisherige Büroleiter der Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt.

Schon seit einer Weile bekommen die Grünen zu spüren, dass ihre bisherigen Strukturen den gestiegenen Anforderungen kaum noch standhalten. So stieg auch die Zahl der Mitglieder in den letzten Jahren stark. Während die Partei Ende 2017 noch auf rund 65.000 Mitglieder kam, sind es mittlerweile 95.000. Bundesgeschäftsführer Kellner hat vor kurzem eine Kampagne gestartet, um die 100.000er Marke zu knacken. Auch der Wahlkampfetat soll bei der nächsten Bundestagswahl höher ausfallen als je zuvor.

Mindestens zehn Millionen Euro veranschlagt Kellner, 2017 lag der Etat noch bei rund sechs Millionen Euro. Die SPD hatte bei der letzten Bundestagswahl einen Etat von 27 Millionen Euro zur Verfügung, etwa vier Mal so viel wie die Grünen. Und auch die Mitgliederzahl ist bei den Sozialdemokraten trotz Einbußen mit mehr als 400.000 Personen vier Mal so hoch.

Ähnlich sieht es bei der CDU aus. „Im Vergleich zu unseren politischen Mitbewerbern von CDU und SPD sind wir immer noch ein kleines Schiff“, sagt der Grünen-Politiker Kellner. Doch dafür sei das Schiff schnell.

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