• Im Kampf gegen Plastikmüll: Umweltministerin Schulze will mehr Wasserspender im öffentlichen Raum

Im Kampf gegen Plastikmüll : Umweltministerin Schulze will mehr Wasserspender im öffentlichen Raum

Um den anfallenden Plastikmüll in Deutschland zu verringern, hat Svenja Schulze einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt. Auch eine Öffentlichkeitskampagne ist geplant.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD).
Umweltministerin Svenja Schulze (SPD).Foto: John MACDOUGALL/AFP

Das Bundesumweltministerium will Wasserspender an öffentlichen Orten fördern. „In den Städten soll es überall gut erreichbar Nachfüllstationen für Wasserflaschen geben“, heißt es in einem Fünf-Punkte-Plan von Ministerin Svenja Schulze gegen unnötige Plastikprodukte und für mehr Recycling, den die SPD-Politikerin am Montag in Berlin vorstellte.

Nach dem Vorbild der Reduzierung von Plastiktüten soll der Handel sich nun auch selbst verpflichten, überflüssige Verpackungen zu vermeiden – etwa Kunststoffverpackungen für Obst und Gemüse. In einigen Handelsketten gibt es solche Initiativen und Testläufe bereits.

Teile des Plans beziehen sich auf das neue Verpackungsgesetz, das bereits beschlossen ist und ab Januar in Kraft tritt. Dazu gehört, dass künftig Einweg- und Mehrwegflaschen am Regal gekennzeichnet sein sollen, dass Hersteller für recyclingfreundliche Verpackungen künftig weniger Gebühren zahlen müssen und dass die Recyclingquoten deutlich steigen – von derzeit 36 Prozent zunächst auf 58,5 Prozent und ab Anfang 2022 dann auf 63 Prozent.

Zudem will Schulze über eine „Rezyklatinitiative“ die Nachfrage nach Recyclingmaterial in der Produktionskette stärken und dafür sorgen, dass Bund, Länder und Kommunen auf Recyclingprodukte setzen. Beim Kompostmüll solle es strengere Anforderungen geben und Technologien gegen Meeresmüll sollten gefördert werden. Eine Öffentlichkeits-Kampagne mit dem Titel „Nein zur Wegwerfgesellschaft“ werde die Maßnahmen flankieren.

Schulze betonte: „Wir produzieren in unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft bislang viel zu viel Plastik.“ Dieses Konsummuster werde in die Schwellen- und Entwicklungsländer exportiert, mit gravierenden Folgen für die Meeresumwelt. (dpa, epd)

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