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Inhaftierter Pastor Brunson : USA verhängen Sanktionen gegen türkische Minister

Der Streit zwischen den USA und der Türkei um den in Izmir unter Hausarrest stehenden inhaftierten Pastor Andrew Brunson hat sich erneut verschärft. Die Türkei droht mit Gegensanktionen.

Der amerikanische Pastor Andrew Brunson (Mitte) eskortiert von zwei türkischen Zivilpolizisten am 25. Juli in Izmir.
Der amerikanische Pastor Andrew Brunson (Mitte) eskortiert von zwei türkischen Zivilpolizisten am 25. Juli in Izmir.Foto: AFP

Die USA haben mit der Verhängung von Sanktionen gegen zwei türkische Minister auf das Vorgehen der türkischen Justiz gegen den US-Pastor Andrew Brunson reagiert. Betroffen seien Justizminister Abdulhamit Gül und Innenminister Süleyman Soylu, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Mittwoch in Washington. „Beide haben führende Rollen bei der Inhaftierung und Festnahme von Pastor Brunson gespielt.“ Durch die Sanktionen werden die Vermögen der Minister in den USA eingefroren, außerdem dürfen US-Bürger keine Geschäfte mit ihnen abschließen. 

Die Amerikaner beharren auf der Unschuld des Geistlichen

Die US-Regierung beharrt darauf, dass Brunson - gegen den in der Türkei Terrorvorwürfe erhoben wurden - unschuldig ist. „Wir sehen keine Beweise dafür, dass Pastor Brunson irgendetwas falsch gemacht hat“, sagte Sanders. US-Präsident Donald Trump hatte bereits am vergangenen Donnerstag mit Sanktionen gedroht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betonte am Mittwoch erneut, dass sein Land solche Drohungen nicht akzeptieren werde. Erdogan warf den USA eine „evangelikale, zionistische Mentalität“ vor.

Türkei droht mit Gegensanktionen

Die Türkei hat die Entscheidung der US-Regierung verurteilt und Gegensanktionen angedroht. Das Außenministerium in Ankara kritisierte am Mittwochabend die "aggressive Haltung" Washingtons und forderte die Rücknahme der "falschen Entscheidung". Außenminister Mevlüt Cavusoglu warnte, die Sanktionen würden "nicht unbeantwortet" bleiben.

Brunson (50) lebt seit mehr als 20 Jahren in der Türkei. Er war Pastor an einer Kirche in der Küstenmetropole Izmir, als er im Oktober 2016 - wenige Monate nach dem Putschversuch in der Türkei - festgenommen wurde. Hintergrund schienen zunächst Visaprobleme zu sein, nach US-Angaben sollte Brunson ausgewiesen werden. Im Dezember verhängte ein Gericht dann aber wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft gegen Brunson.

Brunson werden Verbindungen zur PKK nachgesagt

Brunson werden Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und zur Bewegung um den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 35 Jahre Haft für den US-Pastor. Erdogan macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Vergangene Woche wandelte ein Gericht die Untersuchungshaft wegen gesundheitlicher Probleme Brunsons in Hausarrest um. Festgehalten wird er damit weiterhin. Erdogan fordert von den USA die Auslieferung Gülens.

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Die Türkei pocht auf die Unabhängigkeit der Justiz

US-Vizepräsident Mike Pence hatte am Samstag gesagt, Hausarrest für Brunson sei „nicht gut genug“. Es gebe keine glaubwürdigen Beweise gegen den Pastor. „Dieser unschuldige Mann des Glaubens sollte freigelassen werden und es sollte ihm erlaubt werden, in die Vereinigten Staaten von Amerika zurückzukehren.“ Im Streit um Brunson hat die türkische Regierung immer wieder auf die Unabhängigkeit der Justiz in dem Land verwiesen, die Experten in Zweifel ziehen.

Die am Mittwoch vom Weißen Haus in Washington verkündeten Strafmaßnahmen betreffen die beiden türkischen Minister für Justiz und Inneres. Brunson steht in der Türkei unter Terror- und Spionageverdacht, ihm droht eine lange Haftstrafe. (AFP)

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