Integrationsgipfel im Kanzleramt : Merkel betont "Grundlagen des Zusammenlebens"

Beim Integrationsgipfel in Berlin hat die Bundeskanzlerin betont, dass Rassismus und Antisemitismus in Deutschland keinen Platz haben dürfen. Aus ihrer Sicht gehören sie jedoch zur Realität.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Integrationsgipfel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Integrationsgipfel.Foto: AFP/Jens Büttner

Zum Auftakt des zehnten Integrationsgipfels im Kanzleramt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die "Grundlagen des Zusammenlebens" in Deutschland betont. Dazu gehöre an zentrale Stelle der in Artikel 1 des Grundgesetzes festgeschriebene Grundsatz "Die Würde des Menschen ist unantastbar", sagte Merkel am Mittwoch. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus dürften in der deutschen Gesellschaft keinen Platz haben.

"Leider sind sie Realität", fügte Merkel hinzu. "Damit müssen wir uns gemeinsam auseinandersetzen." Die Kanzlerin nannte zudem die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie die gleichen Chancen bei Bildung und sozialem Aufstieg als Grundlagen des Zusammenlebens.

An dem Gipfel nehmen neben Vertretern von Migrantenverbänden auch Repräsentanten von Bund und Ländern teil. Ziel der regelmäßigen Treffen ist es, mit den Betroffenen über Fragen der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland zu diskutieren.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte seine Teilnahme abgesagt. Als Grund nannte er die Teilnahme der türkischstämmigen Journalistin Ferda Ataman, die in einem Zeitungsartikel geschrieben hatte, "Politiker, die derzeit über Heimat reden, suchen in der Regel eine Antwort auf die grassierende 'Fremdenangst'."

Das sei brandgefährlich, heißt es in dem Text weiter. "Denn in diesem Kontext kann Heimat nur bedeuten, dass es um Blut und Boden geht." Seehofer, der Minister für Inneres und Heimat ist, fühlte seine Politik dadurch mit dem Heimatbegriff der Nationalsozialisten in Verbindung gebracht, wie er am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte. (AFP)

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