Iran : Ahmadinedschad tritt ungewöhnliche Reise an

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad reist am Samstag zu einem Besuch in die saudische Hauptstadt Riad. Die Ankündigung ist deshalb überraschend, weil Saudi-Arabien als strategischer Verbündeter der USA gilt.

Teheran/Riad - Ahmadinedschads erster offizieller Besuch bei der saudischen Führung diene dazu, die Situation im Nahen Osten sowie jüngste Entwicklungen in der islamischen Welt zu diskutieren, hieß es aus Teheran.

Blutige Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten im Irak, der an beide Länder grenzt, bringen Saudi-Arabien und Iran seit langem in gegensätzliche Positionen. Im saudischen Königreich ist der Wahabismus, eine besonders dogmatische Form des sunnitischen Islam, die Staatsreligion. Iran ist wiederum eine schiitische Theokratie, in der der hohe Klerus das letzte Wort hat.

Diplomatische Großereignisse

Ahmadinedschads Besuch erfolgt auch vor dem Hintergrund bevorstehender diplomatischer Großereignisse in der Region. Am 10. März soll in Bagdad erstmals eine internationale Konferenz über die Lage im Irak unter Beteiligung der USA, Irans und Syriens stattfinden. Am 28. und 29. März ist in Riad das Gipfeltreffen der Arabischen Liga geplant.

Ahmadinedschad war bereits im Dezember 2005 zu einem Gipfeltreffen der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) nach Saudi-Arabien gereist. Damals hatte er in Mekka das Ausmaß der Judenverfolgung während der Nazi-Zeit geleugnet und sich für die Verlagerung Israels etwa nach Deutschland oder Österreich ausgesprochen. (tso/dpa)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben