Iran : Ahmedinedschad wirft Westen "Psycho-Krieg" vor

Nur wenige Tage vor einer Entscheidung über weitere UN-Sanktionen gegen Teheran hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad Zugeständnisse im Atomstreit erneut abgelehnt.

Teheran - "Die iranische Nation steht entschieden hinter ihrem Recht (auf Nutzung der Atomenergie) und sie (der Westen) werden letztlich gezwungen sein, die legitimen Rechte Irans anzuerkennen", sagte Ahmadinedschad in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache zum persischen Neujahrsfest. Erneut warf er dem Westen vor, den Iran vom technischen Fortschritt fern halten zu wollen. Dies sei jedoch bisher immer gescheitert und werde auch in Zukunft ohne Erfolg bleiben, sagte Ahmadinedschad.

Mit Blick auf weitere Sanktionen und Spekulationen über mögliche Militärschläge gegen iranische Atomanlagen sprach Ahmadinedschad von einem "Psycho-Krieg". Der Westen habe aber keine Chance, dem Iran zu schaden.

Der oberste geistliche Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, nahm in seiner Neujahrsansprache zwar keinen direkten Bezug auf den Atomstreit. Er rief das Volk jedoch dazu auf, zusammenzustehen und es "den Feinden" nicht zu erlauben, Zwietracht zwischen schiitischen und sunnitischen Muslimen zu schüren.

Der Weltsicherheitsrat in New York will am heutigen Mittwoch Beratungen über einen Resolutionsentwurf der fünf Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschlands aufnehmen. Der Entwurf sieht schärfere Sanktionen gegen den Iran vor, weil Teheran sich weigert, seine umstrittene Urananreicherung einzustellen. Die Vereinten Nationen fürchten, dass der Iran entgegen seinen Beteuerungen Atombomben entwickeln will. Eine Entscheidung wird Ende der Woche erwartet. An der entscheidenden Sitzung will auch Ahmadinedschad teilnehmen.

Ahmadinedschad im Sicherheitsrat

Ahmadinedschad hatte die Teilnahme an der Sitzung am vergangenen Freitag beantragt und auch eine Erklärung vor dem höchsten UN-Gremium angekündigt. Bei den UN ist es Tradition, dass ein Mitgliedsland an allen Sitzungen teilnehmen darf, die seine Belange betreffen. Am Montag hatte die US-Regierung Ahmadinedschad ein Visum zur Einreise in die USA erteilt.

Bei einem Besuch in Südafrika hatte am Dienstag auch der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki unterstrichen, dass der Iran unter keinen Umständen sein Recht auf die Nutzung der Kernenergie aufgeben werde. Wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, habe Mottaki jedoch erklärt, dass er Gespräche zur Lösung des Atomstreits begrüßen würde. Dabei habe er sich auf den südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki bezogen, der Verhandlungen des Irans mit der südafrikanischen UN-Ratspräsidentschaft und den fünf Vetomächten sowie Deutschlands vorgeschlagen habe. (tso/dpa)

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