Iran : Genscher vermittelte angeblich bei Klein-Freilassung

Der frühere Außenminister Genscher ist einem Zeitungsbericht zufolge unmittelbar in die Verhandlungen um die Freilassung des deutschen Hochseefischers Donald Klein involviert gewesen.

München/Mainz - Der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher hat nach Zeitungsinformationen maßgeblich an der Freilassung des in Iran inhaftierten Deutschen Donald Klein mitgewirkt. Genscher habe sich auf Einladung seines früheren Ministerkollegen Ali Akbar Welajati Anfang März in Teheran aufgehalten, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Während seiner Reise, die eng mit dem Auswärtigen Amt in Berlin abgestimmt gewesen sei, habe Genscher einen Brief von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) überbracht, mit dem Appell, Klein freizulassen. Genschers Büro habe die Informationen bestätigt. Welajati arbeitet heute als außenpolitischer Berater des geistlichen Führers Ayatollah Chamenei.

Kleins Anwalt, der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Kübler, habe vor allem die Rolle von Bundespräsident Horst Köhler in dem Fall hervorgehoben. Dass Köhler sich persönlich mit einem Gnadengesuch an die iranische Führung gewandt habe, sei "ein sehr ungewöhnlich positives Verhalten" und seiner Einschätzung nach mit ausschlaggebend für die Freilassung gewesen, sagte Kübler der "SZ". Köhler hatte sich demnach bereits kurz vor Weihnachten direkt in den Fall eingeschaltet. Entscheidend für das Einlenken der Iraner sei offenbar gewesen, dass es Folgen für die diplomatischen Beziehungen haben könne, "wenn man ein Staatsoberhaupt einfach so brüskiert", sagte Kübler dem Blatt.

Beck: "Ich bin froh und erleichtert"

Der SPD-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) zeigte sich in einer Erklärung erleichtert über den Ausgang des Falls Klein. "Ich bin froh und erleichtert, dass der unschuldig in Iran inhaftierte Donald Klein endlich in Freiheit ist", hieß es in der Erklärung. Es sei ein mühsamer Weg bis zur Freilassung gewesen, da bestimmte Abläufe nicht planbar gewesen seien. "Im Ergebnis hat sich die Bundesregierung nicht unter Druck setzen lassen, sondern eine verantwortungsvolle Lösung gefunden."

Klein war gemeinsam mit dem Franzosen Stéphane Lherbier Ende 2005 bei einer Hochseeangeltour im Persischen Golf wegen angeblicher Verletzung iranischer Hoheitsgewässer festgenommen worden. Er saß 15 Monate im Gefängnis. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte am Montagabend in Berlin seine Freilassung bekannt gegeben. (tso/AFP)

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