• Iran schießt ukrainisches Flugzeug ab: FDP-Politiker Lambsdorff fordert Entschädigung für die Opfer

Iran schießt ukrainisches Flugzeug ab : FDP-Politiker Lambsdorff fordert Entschädigung für die Opfer

Eine strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen des Flugzeugabschuss reicht nicht aus. Das ist die Meinung des des FDP-Außenpolitikers Lambsdorff.

Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff.
Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff.Foto: imago/allefarben-foto

FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff hat nach dem Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeuges durch den Iran von Teheran eine Entschädigung der Angehörigen der Opfer gefordert. „Die Ankündigung des Iran, strafrechtliche Schritte gegen die Verursacher des Flugzeugabschusses zu unternehmen, reicht nicht aus“, sagte Lambsdorff dem Tagesspiegel. Teheran müsse „für diesen tragischen Fehler“ auch Verantwortung gegenüber den Opfern übernehmen und deren Angehörige entschädigen, fügte er hinzu. „Zudem muss Teheran die Luftsicherheit im iranischen Luftraum sicherstellen, so dass ein solch katastrophaler Fehler nie wieder passiert“, sagte der FDP-Außenpolitiker weiter.

Iranische Armee macht „menschliches Versagen“ verantwortlich

Nach tagelangen Dementis hatte der Iran am Samstag zugegeben, das ukrainische Passagierflugzeug mit einer Rakete abgeschossen zu haben. Die Maschine sei für ein „feindliches Flugzeug“ gehalten worden, teilte die iranische Armee mit. Es handele sich um „menschliches Versagen“. Der Generalstab der iranischen Armee kündigte an, „der Verantwortliche“ für den Abschuss werde „umgehend“ vor die Militärjustiz gestellt.

Nach Angaben des Luftwaffenkommandeurs der Revolutionsgarden, General Amirali Hadschisadeh, habe der diensthabende Soldat das Flugzeug für einen Marschflugkörper gehalten. Hadschisadeh erklärte, er übernehme die „volle Verantwortung“ und sei bereit, jegliche Konsequenzen zu ziehen.

Die Ukraine fordert vom Iran Entschädigung für den Abschuss des Passagierflugzeugs. Zudem erwarte das Land ein vollständiges Eingeständnis der Schuld, eine offizielle Entschuldigung sowie eine umfassende Untersuchung, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. (mit AFP/rtr)

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