• Irans Außenminister spricht von Verwechslung: „USA könnten irrtümlich eigene Drohne abgeschossen haben“
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Irans Außenminister spricht von Verwechslung : „USA könnten irrtümlich eigene Drohne abgeschossen haben“

Neue Eskalation im US-Konflikt mit Iran: Laut Trump hat ein US-Marineschiff eine iranische Drohne abgeschossen. Irans Außenminister dementiert.

Mohammed Dschawad Sarif, Außenminister des Iran, signalisiert offenbar Gesprächsbereitschaft.
Mohammed Dschawad Sarif, Außenminister des Iran, signalisiert offenbar Gesprächsbereitschaft.Foto: Hussein Malla/AP/dpa

Die USA könnten nach Angaben von Irans Vize-Außenminister Abbas Araghschi "irrtümlich" eine eigene Drohne über der Straße von Hormus abgeschossen haben. Der Iran habe keine Drohne verloren, begründete Araghschi seine Einschätzung am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. US-Präsident Donald Trump hatte dagegen gesagt, die "USS Boxer" habe am Donnerstag eine iranische Drohne abgeschossen, die dem US-Kriegsschiff "sehr, sehr nahe" gekommen sei.

"Wir haben keine Drohne verloren, weder in der Straße von Hormus noch anderswo", schrieb Araghschi. Er fürchte deshalb, die "USS Boxer" habe ihre eigene Drohne abgeschossen. Bereits am Donnerstag hatte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif gesagt, er habe "keine Information über den Verlust einer Drohne am heutigen Tag".

Der Zwischenfall schürte neue Ängste vor einer militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Die Straße von Hormus spielt eine entscheidende Rolle im Konflikt zwischen beiden Ländern. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Im vergangenen Jahr hatte Irans Präsident Hassan Ruhani mit einer Blockade gedroht.

Trump wirkte zurückhaltend in seiner Rhetorik, als er am Donnerstag die Öffentlichkeit bei einer Zeremonie mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte über den Vorfall unterrichtete. Er sprach davon, dass sich die Mannschaft des Schiffes verteidigt habe. „Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren“, sagte der Präsident. Die USA behielten sich das Recht vor, ihre Interessen, Einrichtungen und Mitarbeiter zu verteidigen. Trump forderte andere Länder auf, Irans Vorgehen zu verurteilen. Von scharfen Drohungen an die Adresse Teherans sah er aber ab.

Aus dem US-Verteidigungsministerium hieß es, der Vorfall habe sich am Donnerstag gegen 10 Uhr ereignet. Das Schiff habe sich in internationalen Gewässern befunden, als sich die Drohne genähert habe. Es befinde sich nun im Persischen Golf. Nicht äußern wollte sich das Pentagon dazu, wie die Drohne zerstört worden sei - ob sie abgeschossen oder durch Störsender unbrauchbar gemacht wurde. Ein Vertreter des US-Militärs wollte auch keine Angaben dazu machen, ob es sich um eine bewaffnete Drohne handelte.

Zwischenfälle mit Tankern

Die Lage in dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist extrem angespannt. In den vergangenen Wochen war es zu mehreren Zwischenfällen mit Tankern rund um die Straße von Hormus gekommen. Im Juni waren zwei Tanker waren bei schweren Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt worden. Die „Front Altair“ einer norwegischen Reederei geriet nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der „Kokuka Courageous“ berichtete von zwei Detonationen. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar. Die Amerikaner machten den Iran für die Attacken verantwortlich. Teheran wies die Anschuldigungen zurück.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman. Die Straße von Hormus ist eine strategisch bedeutende Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran. Der Wasserweg verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean. An der engsten Stelle ist er nur rund 50 Kilometer schmal.
Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman. Die Straße von Hormus ist eine strategisch bedeutende Meerenge...Foto: The Visible Earth/NASA/dpa

Kurz nach dem Zwischenfall hatte das US-Militär mitgeteilt, eine iranische Rakete habe versucht, eine US-Drohne im betroffenen Seegebiet im Golf von Oman abzuschießen. Ziel der Aktion sei offensichtlich gewesen, eine Beobachtung der Tanker-Attacke zu verhindern. Der Abschussversuch sei aber erfolglos gewesen, die Rakete habe die Drohne um etwa einen Kilometer verfehlt. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. (dpa)

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