Krise in Tunesien : Präsident erwägt Rückzug des Regierungschefs

Angesichts der politischen Krise in Tunesien hat Staatspräsident Essebsi den Premierminister Chahed indirekt zum Rücktritt aufgefordert.

Der tunesische Präsident Beji Caid Essebsi (links) und Premierminister Youssef Chahed bei einem Treffen im Juni in Tunis.
Der tunesische Präsident Beji Caid Essebsi (links) und Premierminister Youssef Chahed bei einem Treffen im Juni in Tunis.Foto: AFP PHOTO / FETHI BELAID

Angesichts der andauernden politischen Krise in Tunesien hat Staatspräsident Beji Caid Essebsi den Premierminister scharf angegriffen und indirekt zum Rücktritt aufgefordert. „Wenn die Krise andauert hat der Regierungschef zwei Optionen: Entweder tritt er zurück oder er stellt die Vertrauensfrage“, sagte Essebsi am Sonntagabend in einem Interview des tunesischen Fernsehsenders Nessma TV. Ohne Unterstützung könne man keine Politik machen.

Premierminister Youssef Chahed ist seit 2016 im Amt. Es ist bereits die achte Regierung seit dem sogenannten Arabischen Frühling vor sieben Jahren. Tunesien hat seitdem zwar weitreichende demokratische Reformen eingeleitet, kämpft aber mit großen wirtschaftlichen Problemen. In den vergangenen Wochen kam es in der Regierungspartei Nidaa Tounes, der sowohl der Präsident als auch der Regierungschef angehören, zu Verwerfungen. Die Partei hatte bei den Regionalwahlen vor knapp drei Monaten deutlich an Unterstützung eingebüßt. (dpa)

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