• Kritik im US-Senat nach Zusammenarbeit mit Huawei: Facebook gewährte auch Smartphone-Hersteller Zugriff auf Nutzerdaten

Kritik im US-Senat nach Zusammenarbeit mit Huawei : Facebook gewährte auch Smartphone-Hersteller Zugriff auf Nutzerdaten

Im US-Senat ist Kritik an der Zusammenarbeit zwischen Facebook und dem chinesischen Smartphone-Hersteller laut geworden. Facebook gewährte dem Unternehmen Zugang zu Nutzerdaten.

60 Geräteherstellergewährten erhielten ohne Einverständnis der Facebook-Nutzer Zugang zu ihren Daten.
60 Geräteherstellergewährten erhielten ohne Einverständnis der Facebook-Nutzer Zugang zu ihren Daten.Foto: dpa/ Oliver Berg

Facebook hat auch dem chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei Zugriff auf die Daten seiner Nutzer gewährt. Der Internet-Konzern habe wie andere US-Technologieunternehmen mit Huawei und weiteren chinesischen Herstellern zusammengearbeitet, um Facebook mit deren Mobiltelefonen kompatibel zu machen, erklärte der zuständige Facebook-Manager Francisco Varela. Er bestätigte damit einen Bericht der "New York Times" vom Dienstag.

Huawei sei der drittgrößte Handyhersteller der Welt und seine Geräte würden weltweit genutzt, vor allem in den USA, erklärte Varela. Der Prozess, Facebook mit den chinesischen Firmen Huawei, Lenovo, Oppo und TCL kompatibel zu machen, sei "von Anfang an" von Facebook "kontrolliert" worden.

"Sämtliche Informationen", welche die Herstellung einer Schnittstelle von Facebook und Huawei-Smartphones ermöglichten, seien "im Gerät und nicht auf den Servern von Huawei" gespeichert worden, erklärte Varela mit Verweis auf Kritik von Seiten des US-Kongresses.

60 Gerätehersteller erhielten ohne Einverständnis Zugang zu Nutzerdaten

Die "New York Times" hatte am Sonntagabend berichtet, über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg hätten mindestens 60 Gerätehersteller ohne Einverständnis der Nutzer von Facebook einen weitreichenden Zugang zu Nutzerdaten bekommen. Zu diesen Unternehmen gehörten demnach Apple, Amazon, Blackberry, HTC, Microsoft und Samsung.

Facebook erklärte daraufhin, die Merkmale seiner Nutzer hätten von den Partnerfirmen nur mit Zustimmung der User verwendet werden dürfen. Zudem lägen dem Online-Konzern keine Informationen über einen Missbrauch der Daten vor. Und schließlich habe Facebook begonnen, diese Art der Zusammenarbeit zu beenden. Die Kooperation mit Huawei laufe Ende dieser Woche aus.

Facebook hatte die Partnerschaften mit den Geräteherstellern zu einem Zeitpunkt gestartet, als sich das Netzwerk noch in der Aufbauphase befand und sich noch keine Apps aus Online-Läden herunterladen ließen.

Der demokratische US-Senator Mark Warner, stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstausschusses, erklärte, die "Bedenken über Huawei sind nicht neu". Er wolle wissen, wie Facebook sichergestellt habe, "dass Informationen über seine Nutzer nicht auf chinesische Server geschickt wurden". US-Parlamentarier verdächtigen Huawei, ein technologisches Werkzeug der Regierung in Peking zu sein.

Huawei hat jegliche Verbindungen zur chinesischen Regierung bestritten und betont, dass seine Produkte in 170 Ländern genutzt werden.

Facebook steht bereits seit Monaten wegen seiner Daten-Praktiken unter massivem Druck. Dabei ging es bisher um das Abschöpfen der Informationen über 87 Millionen Nutzer, die bei der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica gelandet waren. Die Daten sollen dann unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein. (AFP)

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