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Kurdenstadt im Norden Syriens : Türkische Armee erobert Afrin

Von der türkischen Armee unterstützte Rebellen sind am Sonntag in die nordsyrische Stadt Afrin eingerückt. Präsident Erdogan verkündet, die Kämpfer hätten "die vollständige Kontrolle" über das Stadtzentrum erlangt.

Eine türkische und eine FSA-Flagge im Stadtzentrum von Afrin.
Eine türkische und eine FSA-Flagge im Stadtzentrum von Afrin.Foto: dpa/DHA-Depo Photo/AP/Hasan Kirmizitas

Von der Türkei unterstützte Rebellen sind am Sonntag in die nordsyrische Stadt Afrin eingerückt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verkündete die "vollständige" Eroberung des Stadtzentrums. "Einheiten der Freien Syrischen Kräfte, die von der türkischen Armee unterstützt werden, haben heute Morgen um 8.30 Uhr (Ortszeit, Anm. d. Red.) die vollständige Kontrolle über das Stadtzentrum von Afrin übernommen", sagte Erdogan am Sonntagbei einer Rede anlässlich des „Tags der Märtyrer“ im westtürkischen Canakkale. Die türkische Fahne und die der verbündeten Freien Syrischen Armee (FSA) wehten nun in Afrin.

Panzer mit türkischen Fahnen rollen durch Afrin

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Einnahme des Stadtzentrums. Es habe am Sonntag aber noch Kämpfe mit einigen kurdischen Einheiten in der Stadt gegeben, die vereinzelt Widerstand leisteten. Ein Sprecher der FSA-Rebellen sagte der Deutschen Presse-Agentur, seine Einheiten kontrollierten nun 97 Prozent von Afrin. Eine Bestätigung von kurdischer Seite gab es zunächst nicht.

FSA-Kämpfer stürzen eine kurdische Statue im Zentrum von Afrin.
FSA-Kämpfer stürzen eine kurdische Statue im Zentrum von Afrin.Foto: Reuters/Khalil Ashawi

Die türkischen Streitkräfte (TSK) teilten mit, das Gebiet werde nun von Minen und Sprengsätzen gesäubert. Auf von der Armee verbreiteten Bildern waren mit türkischen Fahnen geschmückte Panzer zu sehen, die demnach durch die Straßen Afrins rollten.

In den vergangenen Tagen waren nach Angaben der Organisation angesichts der erwarteten Offensive mehr als 200.000 Menschen aus der mehrheitlich kurdischen Stadt geflüchtet. Die Türkei hatte im Januar im Norden Syriens eine Offensive gegen die YPG gestartet. Mit der Militäraktion soll verhindert werden, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet. Die FSA-Rebellen sind mit der Türkei verbündet. (mes, Reuters, AFP, dpa)

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