Lateinamerika-Reise : Bush verteidigt Freihandel in Guatemala

US-Präsident Bush ist bei seiner Lateinamerika-Reise erneut von Protesten begleitet worden. In Guatemala nannte er den freien Handel als Mittel zur Bekämpfung der Armut.

Guatemala-Stadt - Das Freihandelsabkommen zwischen den USA und den mittelamerikanischen Ländern (CAFTA) sei vorteilhaft für alle Beteiligten, sagte Bush nach seinen Gesprächen mit dem guatemaltekischen Präsidenten Oscar Berger. Er sicherte Guatemala zudem Unterstützung bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und vor allem der Drogenbanden zu.

Wie schon zuvor in Brasilien, Uruguay und Kolumbien, den ersten drei Stationen der Reise Bushs, wurde die Visite des Präsidenten in Guatemala von Protesten begleitet. Während Bush östlich der Hauptstadt Gemeinden der Maya-Indios besuchte, protestierten rund um den Präsidentenpalast von Guatemala-Stadt mehrere tausend Menschen. "Bush ist in Guatemala nicht willkommen", sagte ein Gewerkschaftsführer.

Chavez: Bush soll nach Hause gehen

Der US-Präsident besuchte das Maya-Gebiet Chimaltenango rund 80 Kilometer östlich von Guatemala-Stadt. Dort besichtigte er die heilige Maya-Stätte Iximché, eine Schule, eine Bibliothek und eine landwirtschaftliche Kooperative, in der Maya-Familien Gemüse für einen Lebensmittelkonzern produzieren.

Venezuelas Präsident und Bushs Gegenspieler Hugo Chávez, der derzeit ebenfalls auf einer Werbetour in Lateinamerika unterwegs ist, besuchte am Montagnachmittag Jamaika. Dort wetterte er gegen das Projekt der USA, Brasiliens und Kolumbiens, die Gewinnung von Treibstoff durch den Anbau von Zuckerrohr gemeinsam voranzutreiben. Zuvor hatte er in Nicaragua der sandinistischen Regierung von Daniel Ortega versprochen, in Nicaragua eine Ölraffinerie zu errichten.

Wie schon zuvor in Bolivien und Argentinien bemühte sich Chávez auch in Nicaragua und Jamaika, die Stimmung gegen die USA zu schüren. Er forderte Bush auf, "nach Hause zu gehen". An diesem Dienstag, wenn Bush zum Abschluss seiner Reise in Mexiko ist, wird der Venezolaner in Haiti, dem ärmsten Land Amerikas, erwartet. (tso/dpa)

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