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Libyen : Tote bei Angriff auf Wahlkommission in Tripolis

In Libyen hat es einen Selbstmordanschlag auf die Wahlkommission in Tripolis gegeben. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sind dabei offenbar mindestens 11 Menschen gestorben.

Auf die Wahlkommission im libyschen Tripolis gab es am Mittwoch einen Anschlag.
Auf die Wahlkommission im libyschen Tripolis gab es am Mittwoch einen Anschlag.Foto: REUTERS/Stringer

Bei einem Anschlag auf den Sitz der Wahlkommission in Libyen sind am Mittwoch mindestens elf Menschen getötet worden. Es habe sich um "einen feigen Selbstmordanschlag" gehandelt, teilte die international unterstützte Nationale Einheitsregierung mit. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden zwei weitere Menschen verletzt. Wer hinter dem Anschlag in der Hauptstadt Tripolis steckte, war zunächst unklar.

"Wir haben einige Märtyrer und auch Verletzte", sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden, der namentlich nicht genannt werden wollte, unmittelbar nach der Tat. Nach Angaben von Augenzeugen waren rund um das Gebäude der Wahlkommission, über dem eine schwarze Rauchsäule aufstieg, Schüsse zu hören.

Die UN-Mission in Libyen erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, "derartige Terrorattacken" würden die libysche Bevölkerung nicht davon abhalten, "bei der Schaffung nationaler Einheit und beim Aufbau eines Rechtsstaats und von Institutionen voranzuschreiten".

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. In zahlreichen Gebieten haben bewaffnete Milizen das Sagen.

Die international anerkannte Einheitsregierung mit Sitz in Tripolis übt über weite Teile Libyens keine Kontrolle aus. Im Osten des Landes herrscht eine Gegenregierung mit Unterstützung des einflussreichen und umstrittenen Generals Chalifa Haftar.

Die Wahlkommission gilt als eine der wenigen glaubwürdigen und unabhängigen Institutionen im Land, 2012 und 2014 hatte sie die ersten Wahlen nach der 42 Jahre andauernden Herrschaft von Staatschef Muammar al-Gaddafi organisiert.

Um eine Entscheidung zwischen den rivalisierenden Lagern herbeizuführen, dringen die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen auf die Abhaltung von Wahlen in diesem Jahr. Die Wählerregistrierung ist bereits abgeschlossen, ein Wahltermin wurde aber noch nicht festgelegt. (AFP)

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