Mann half Bremer Clan-Größe : Türkische Polizei nimmt Schleuser von Miri fest

Das Bremer Clan-Mitglied Ibrahim Miri sitzt nach der Rückkehr nach Deutschland nun in Abschiebehaft. Derweil wird ein Helfer in der Türkei festgesetzt.

Ibrahim Miri als Angeklagter in einem Drogen-Prozess 2014 in Bremen.
Ibrahim Miri als Angeklagter in einem Drogen-Prozess 2014 in Bremen.Carmen Jaspersen/dpa

In der Türkei ist ein mutmaßlicher Schleuser der nach Deutschland zurückgekehrten Clan-Größe Ibrahim Miri festgenommen worden. Dies meldete die Bundespolizei am Mittwoch. Demnach haben türkische Beamte den Mann in der Hafenstadt Mersin festgenommen. Über Mersin wird spätestens seit Beginn des Syrienkriegs regelmäßig der Transfer von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten nach Europa organisiert. Der nun festgenommene Verdächtige soll Miri bei dessen Transit durch die Türkei geholfen haben.

Der 46 Jahre alte Miri galt über Jahre als Wortführer seiner Großfamilie, deren Männer in Bremen als einflussreiche, gut organisierte Kriminelle gelten. Im Verdacht stehen Miri-Männer wegen Rohheitsdelikten, Drogenhandels, Waffenverstößen, Geldwäsche. Der wegen bandenmäßigen Drogenhandels verurteilte Miri wurde im Juli in den Libanon abgeschoben. Zuvor war er jahrelang ausreisepflichtig gewesen, die Behörden in Beirut haben Miri aber nicht als libanesischen Staatsbürger anerkannt.

Vor zwei Wochen reiste Miri wieder nach Bremen und stellte einen - vorerst abgelehnten - Asylantrag. Das Amtsgericht ordnete Abschiebehaft bis zum 2. Dezember an. Bundespolizei-Präsident Dieter Romann dankte der Türkei am Mittwoch "für die hervorragende und schnelle Zusammenarbeit".

Kontrolle der Bundespolizei in Bayern 2018 - auch damals wurden Schleuser gesucht.
Kontrolle der Bundespolizei in Bayern 2018 - auch damals wurden Schleuser gesucht.Weigel/dpa

Der Miri-Clan gilt als eine der zehn aktiven Großfamilien, die aus dem Libanon stammen und deutschland-, teilweise europaweit aktiv sind. Diesen namhaften Clans werden schwere Straftaten zugerechnet, immer wieder versuchten die Landesbehörden einzelne Männer abzuschieben. Inzwischen haben die meisten Heranwachsenden aus diesen Familien die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit vergangenem Jahr gehen Landespolizeien, Zoll, Kommunalämter intensiver gegen Clan-Kriminelle vor. Insbesondere in Berlin, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben die Familien ihre Wohn- und Einsatzschwerpunkte.

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