Merkels Abschied als CDU-Chefin : Seehofer über die Kanzlerin: „Sie ist die Beste“

Die Zeit von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende geht zu Ende. Zu diesem Anlass spricht CSU-Chef Horst Seehofer plötzlich von tiefer Sympathie und "Zuneigung".

Horst Seehofer, CSU-Vorsitzender und Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau.
Horst Seehofer, CSU-Vorsitzender und Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau.Foto: Peter Kneffel/dpa

CSU-Chef Horst Seehofer bedauert nach eigenen Worten, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel von der CDU-Spitze zurückzieht. „Sie ist die Beste“, sagte Seehofer dem „Spiegel“. „Wir alle werden sie noch sehr vermissen.“ Er versicherte, dass er trotz vieler Differenzen in den vergangenen Jahren eine tiefe Sympathie für Merkel hege: „Wenn man so viel durchgestanden hat wie Angela Merkel und ich, dann bildet sich Verbundenheit, streckenweise sogar Zuneigung. Das kettet aneinander.“ Seehofer seinerseits gibt den CSU-Vorsitz Anfang 2019 ab.

Seehofer widersprach der These, Merkel habe die CDU zu weit nach links gerückt und so das Aufkommen der AfD erst ermöglicht. „Wir haben durch Merkels angeblich so gefährliche Politik der Mitte bei der Bundestagswahl 2013 fast die absolute Mehrheit erreicht“, betonte er. „Vor dieser Wahl lagen die Energiewende, der Ausbau der Kitas und die Abschaffung des Grundwehrdienstes.“ Erst durch die Verknüpfung der Flüchtlingskrise mit sozialen Problemen im Bundestagswahlkampf 2017 seien die Werte der Union erodiert.

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Seehofer galt in der Union lange Zeit als einer der schärfsten Kritiker der Flüchtlingspolitik Merkels, im Sommer dieses Jahres kam es im Streit über die Asylpolitik fast zum Bruch zwischen der Kanzlerin und dem Bundesinnenminister. Damals hatte Seehofer gesagt: „Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist.“ (dpa)

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