Messerangriff in Aue : 17-jähriger wegen versuchten Totschlags festgenommen

Bei einer Weihnachtsfeier in Aue war es zu einer Messerstecherei gekommen. Neben einem 53-jährigen Syrer ist nun auch sein Sohn in Haft genommen worden.

Weiterer Tatverdächtiger in Aue verhaftet worden.
Weiterer Tatverdächtiger in Aue verhaftet worden.Foto: Monika Skolimowska/dpa

Nach dem Messerangriff auf einen Kirchenmitarbeiter während einer Weihnachtsfeier im sächsischen Aue ist ein zweiter Tatverdächtiger festgenommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag in Chemnitz mitteilte, erließ das Amtsgericht Chemnitz einen weiteren Haftbefehl. Bei dem Festgenommenen handele es sich um den 17-jährigen Sohn des bereits inhaftierten 53-jährigen Syrers.

Gegen den Sohn wurde den Angaben zufolge ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Der Beschuldigte sei wegen der bisherigen Ermittlungen dringend verdächtig, Heiligabend im evangelisch-lutherischen Gemeindehaus in Aue auf einen Mitarbeiter der Kirche mit einem Messer eingestochen und diesen dabei lebensgefährlich verletzt zu haben, hieß es.

Der Geschädigte habe zuvor versucht, schlichtend auf eine tätliche Auseinandersetzung unter Gästen einzuwirken. Zwei weitere an der tätlichen Auseinandersetzung Beteiligte seien außerdem identifiziert worden. Gegen sie werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

NPD nutze Vorfall für rechtsextreme Demonstration

Bei der Weihnachtsfeier im Pfarrhaus der Kirchgemeinde St. Nicolai in Aue war am 24. Dezember ein Helfer schwer verletzt worden und musste notoperiert werden. Er hatte zuvor einen Streit zwischen Migranten schlichten wollen. Zwei weitere Menschen wurden leicht verletzt.

Nach dem Vorfall war es in Aue zu einem Aufmarsch Rechtsradikaler gekommen, dem sich über 2000 Menschen angeschlossen hatten. Kirchenvertreter und Lokalpolitiker hatten sich von der Veranstaltung distanziert. Zuvor hatten 500 Menschen an einer Friedenskundgebung teilgenommen. (epd, Tsp)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!