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Messerattacke in London : Angreifer erschossen – Polizei handelte innerhalb von Minuten

Ein Mann hat im Süden der britischen Hauptstadt drei Menschen niedergestochen. Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus.

Die Polizei ermitteln nach einem Messerangriff am Tatort in der Streatham High Road.
Die Polizei ermitteln nach einem Messerangriff am Tatort in der Streatham High Road.Foto: dpa/Victoria Jones/PA Wire/dpa

Nach der mutmaßlichen Terrorattacke im Süden Londons schwebt eines der Opfer in Lebensgefahr, wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte. Eine zweite Person habe nur geringfügige Verletzungen erlitten, bei einem dritten Opfer sprach die Polizei von Verletzungen, die „nicht lebensbedrohlich“ seien. Zuvor war nur von zwei Verletzten die Rede gewesen.

Die Polizei handelte nach Eingang des ersten Notrufs um 13.58 Uhr Ortszeit offenbar innerhalb von Minuten: Wie der Londoner Rettungsdienst mitteilte, wurde der Angreifer um ungefähr 14 Uhr (15 Uhr MEZ) von Polizeibeamten erschossen. Scotland Yard geht von einem Terrorhintergrund aus.

Laut BBC sind mobile Einheiten der britischen Anti-Terror-Polizei ständig in London unterwegs, um bei einer Terrorattacke so schnell wie möglich eingreifen zu können.

Der Vorfall ereignete sich auf einer belebten Einkaufsstraße im Süden der britischen Hauptstadt. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Augenzeugen berichteten zunächst, der Täter habe zwei Menschen in einem Laden angegriffen und sei danach auf die Straße gerannt.

Nach Angaben der Augenzeugen trug der Täter einen Gegenstand an seinem Oberkörper, der wie ein Sprengstoffgürtel aussah. Entsprechende Bilder kursierten auch in sozialen Medien.

„Ich habe gerade die Straße überquert, als ich einen Mann mit einer Machete und silbernen Behältern an der Brust gesehen habe“, schilderte ein Jugendlicher der Nachrichtenagentur PA. Der Mann sei von einer Person in ziviler Kleidung verfolgt und mit mehreren Schüssen getötet worden. Vermutlich habe es sich um einen verdeckten Ermittler gehandelt, sagte der Jugendliche. Er selbst habe sich in eine Bücherei geflüchtet.

Premierminister Boris Johnson dankte der Polizei und den Rettungskräften per Kurznachrichtendienst Twitter. „Meine Gedanken sind bei den Verletzten und allen Betroffenen“, teilte er mit.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan twitterte: „Terroristen versuchen uns zu spalten und unseren Lebensstil zu zerstören – hier in London werden wir sie damit niemals Erfolg haben lassen.“

Bilder vom Tatort in sozialen Medien zeigten Fahrzeuge der Polizei und der Ambulanz. Hubschrauber kreisten über dem Tatort. Scotland Yard rief dazu auf, das Gebiet zu meiden. Auf Videos war zu sehen, wie Polizisten mit Waffe im Anschlag einen am Boden liegenden Mann umstellt hatten. Die Polizei forderte die Menschen auf, sich von dem Gebiet fernzuhalten.

Der letzte Vorfall dieser Art in London hatte sich im November ereignet. Damals hatte die Polizei einen Mann erschossen, der die Attrappe einer Sprengstoffweste getragen hatte. Er hatte zwei Menschen erstochen und drei weitere verletzt, bevor Passanten ihn überwältigen konnten.

Im Juni 2017 starben in der britischen Hauptstadt acht Menschen, nachdem Terroristen mit einem Transporter erst drei Menschen auf der London Bridge umgefahren und anschließend fünf weitere am Borough Market erstochen hatten. Polizisten erschossen die drei Täter. Im März desselben Jahres fuhr ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in mehrere Fußgänger. Dabei kamen vier Passanten ums Leben. Der Mann erstach zudem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde. (Reuters, AFP, dpa)

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