Militärische Invasion : Trump soll vorgeschlagen haben, in Venezuela einzumarschieren

US-Präsident Donald Trump hat offenbar mit dem Gedanken gespielt, in Venezuela einzumarschieren. Er soll die Idee mehrfach geäußert haben.

US-Präsident Donald Trump.
US-Präsident Donald Trump.Foto: AFP / Brendan Smialowski

US-Präsident Donald Trump soll Medienberichten zufolge wiederholt vorgeschlagen haben, in Venezuela einzumarschieren. Als Grund wurden offenbar die Unruhen dort genannt. Bereits im August vergangenen Jahres soll er während eines Meetings im Oval Office das erste Mal einen solchen Vorschlag gemacht haben, wie Spiegel Online berichtet. Bei dem Meeting soll es um Sanktionen gegen Venezuela gegangen sein. Trumps Berater sollen daraufhin versucht haben, ihn von dieser Idee abzubringen.

Dieser habe jedoch darauf beharrt. Auch in einer öffentlichen Rede soll er wenig später von einer "militärischen Option" gesprochen haben. Zudem soll er die Idee am Rande der Uno-Generalversammlung gegenüber mehreren lateinamerikanischen Verbündeten angesprochen haben, die jedoch einen Militärschlag abgelehnt haben sollen.

Als Reaktion auf die Berichte, hat der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro die Armee des Landes zur Wachsamkeit aufgefordert. Diese dürfe "nicht eine Sekunde lang" nachlassen, forderte er am Mittwoch bei einer Militärveranstaltung. Es gelte, "das Leben in Frieden" zu verteidigen.

Maduro sagte, er sehe sich nun in seinem Verdacht bestätigt, dass die USA einen Militärangriff gegen Venezuela planten, um an die großen Ölreserven des Landes zu kommen.

Maduro hatte sich bei der Präsidentschaftswahl am 20. Mai mit deutlichem Vorsprung gegen seine Herausforderer durchgesetzt und sich eine zweite Amtszeit bis 2025 gesichert. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD hatte den Urnengang allerdings boykottiert. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent.

Maduro wird vorgeworfen, seit Jahren die Demokratie in Venezuela auszuhebeln. Er hat durch eine verfassungsgebende Versammlung das Parlament de facto entmachtet, in dem die Opposition die Mehrheit hatte. Vorangegangen waren monatelange Proteste der Opposition im vergangenen Jahr, in deren Verlauf 125 Menschen getötet worden waren.

Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Durch den Verfall des Ölpreises seit 2014 - Öl ist die Haupteinnahme-Quelle für Venezuela - fehlt dem südamerikanischen Staat das Geld, es gibt gravierende Versorgungsengpässe.

Die EU hat bereits mehrfach Sanktionen gegen die politische Führung Venezuelas verhängt. (Tsp, AFP)

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