Mit iranischem Öl beladen : US-Gericht verfügt Beschlagnahmung von „Grace 1“

Vor der Küste Gibraltars ankert ein Supertanker mit iranischem Öl, den die britische Marine festgesetzt hatte. Der Streit um die Ladung geht weiter.

Der Supertanker „Grace 1“ wurde Anfang Juli wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen vor Gibraltar festgesetzt
Der Supertanker „Grace 1“ wurde Anfang Juli wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen vor Gibraltar festgesetztFoto: AFP/JORGE GUERRERO

Im Konflikt um den mit iranischem Öl beladenen Supertanker „Grace 1“ hat ein Bundesgericht in Washington die Beschlagnahmung des vor Gibraltar liegenden Schiffes verfügt. Das US-Justizministerium begründete das in einer Mitteilung mit mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen, gegen Geldwäschegesetze und gegen Terrorismusstatuten.

Unklar blieb zunächst, welche Auswirkungen das auf die „Grace 1“ hat. Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets Gibraltar an der Südküste Spaniens hatte am Donnerstag bestätigt, den Supertanker freizugeben.

Nach Angaben des Internet-Ortungsdiensts „Marine Traffic“ ankerte die „Grace 1“ in der Nacht zu Samstag weiterhin vor der Küste Gibraltars. Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker Anfang Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt. Der Iran kündigte daraufhin Vergeltungsmaßnahmen an und setze zwei Wochen später den unter britischer Flagge fahrenden Tanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus mit der Begründung fest, dieser habe gegen das Seerecht verstoßen.

Das britische Außenministerium betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen - dies wäre ansonsten ein Verstoß gegen EU-Sanktionen.

Das Gericht in Washington verfügte am Freitag zugleich die Beschlagnahmung des Öls an Bord der „Grace 1“ und von knapp einer Million Dollar Bankvermögen einer Briefkastenfirma, die Verbindungen zu dem Schiff haben soll. Die Staatsanwaltschaft führte aus, das Schiff sei Teil eines Plans der iranischen Revolutionsgarden zur Unterstützung illegaler Lieferungen des Irans an Syrien.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte die Revolutionsgarden im April als ausländische Terrororganisation eingestuft. Die USA haben außerdem harte Sanktionen gegen den Iran verhängt, die vor allem auf den Ölsektor des Landes abzielen, die wichtigste Einnahmequelle. (dpa, Reuters)

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