• Mutmaßliche Attacke aus Russland: Hackerangriff auf Bundesnetz war Teil weltweiter Spähaktion

Mutmaßliche Attacke aus Russland : Hackerangriff auf Bundesnetz war Teil weltweiter Spähaktion

Die Infiltration deutscher Behördennetze war einem Bericht zufolge Teil eines umfassenderen Angriffs. Demnach attackierten die Hacker unter anderem auch Rechner im Baltikum und Südamerika.

Der Eingang des Auswärtigen Amtes in Berlin.
Der Eingang des Auswärtigen Amtes in Berlin.Foto: John MACDOUGALL/AFP

Der Hackerangriff auf das Netz der Bundesregierung ist einem Medienbericht zufolge Teil einer internationalen Spähaktion. Betroffen seien Staaten in Südamerika, im Baltikum, in Skandinavien und der ehemaligen Sowjetunion, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag auf ihrer Internetseite als Ergebnis gemeinsamer Recherchen mit NDR und WDR. Um welche Länder es sich konkret handele, sei unklar. Allerdings solle die Ukraine betroffen sein.

Den Hackern sei es gelungen, insgesamt 17 Rechner zu infizieren, heißt es in dem Bericht. Eine geringe Anzahl an Dokumenten sei kopiert worden, einige davon mit Bezug zu Russland. Einer der Rechner habe einem Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums gehört, der zu dieser Zeit im Auswärtigen Amt tätig gewesen sei.

Ein ausländischer Dienst soll die Behörden gewarnt haben

Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) bekamen dem Bericht zufolge am 19. Dezember einen ersten Anfangsverdacht von einem ausländischen Nachrichtendienst mitgeteilt, der an das Cyberabwehrzentrum weitergeleitet worden sei. Der Angriff auf das deutsche Regierungsnetz begann dem Bericht zufolge bereits Ende 2016. Über die Infrastruktur der Hochschule des Bundes sei es den Hackern gelungen, auch in das Netz des Auswärtigen Amtes einzudringen.

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Die Spionage-Software sei bis zum 17. Januar inaktiv gewesen. Erst dann sollen Daten abgeflossen sein. Wohin, sei unklar. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe die Angreifer zunächst gewähren lassen, um zu verstehen, welche Ziele die Hackergruppe verfolgte. Weiter berichtet die "SZ", hinter dem Angriff solle laut Sicherheitskreisen eine Gruppe stecken, die "Turla" genannt werde und im Auftrag der russischen Regierung agiere.

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