• Mutmaßlicher Täter ist schon tot: Ermittlungen im Mordfall Olof Palme werden eingestellt
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Mutmaßlicher Täter ist schon tot : Ermittlungen im Mordfall Olof Palme werden eingestellt

Am 28. Februar 1986 wird Schwedens Ministerpräsident Olof Palme erschossen. Die Ermittler sind nun sicher, den Mörder zu kennen – doch der ist schon gestorben.

Olof Palme im Dezember 1983 in Stockholm
Olof Palme im Dezember 1983 in StockholmFoto: AFP/TT News Agency/Anders Holmstrom

Mehr als 34 Jahre nach dem Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme haben die Ermittler nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Täter ausgemacht. Weil der Mann mit dem Namen Stig Engström bereits vor Jahren gestorben sei, könne keine Anklage mehr gegen ihn erhoben werden, gab der mit den Ermittlungen betraute Staatsanwalt Krister Petersson am Mittwoch bekannt. Die Palme-Ermittlungen werden deshalb eingestellt.

„Ich bin der Ansicht, dass wir so weit gekommen sind, wie man es von der Untersuchung verlangen kann“, sagte Petersson. Weil Engström tot sei, seien eine Anklage oder ein Verhör des Mannes unmöglich. Der Fall gilt als Schwedens größter Kriminalfall des vergangenen Jahrhunderts. Auch international war das Interesse enorm.

Der Sohn Palmes zeigte Verständnis für die Einstellung der Ermittlungen. Zugleich stellte sich Mårten Palme im schwedischen Radio hinter die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft. „Ich glaube auch, dass Engström der Schuldige ist. Aber leider gibt es keinen richtig abschließenden Beweis, damit man mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann, dass er es gewesen ist“, sagte Palme.

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Schüsse auf Ehepaar Palme nach einem Kinobesuch

Olof Palme war am Abend des 28. Februars 1986 um kurz vor Mitternacht gemeinsam mit seiner Frau auf dem Rückweg aus einem Stockholmer Kino gewesen, als ihn ein Mann auf offener Straße von hinten erschossen hatte.

Der Sozialdemokrat war zu diesem Zeitpunkt seit knapp dreieinhalb Jahren wieder Ministerpräsident gewesen, nachdem er dieses Amt bereits von 1969 bis 1976 innegehabt hatte. Palmes Frau Lisbet erlitt einen Streifschuss. Sie überlebte die Tat leicht verletzt.

Die Ermittlungen in dem Mordfall waren zunächst nur schleppend in Gang gekommen. Die immer wieder wechselnden Ermittler hatten im Laufe der Jahre unzählige Spuren und Hinweise verfolgt, die zu einzelnen Tatverdächtigen geführt hatten, unter anderem aber auch zur kurdischen PKK und zum südafrikanischen Geheimdienst.

Stig Engström, der Verdächtige im Fall der Ermordung von Olof Palme, im Jahr 1986
Stig Engström, der Verdächtige im Fall der Ermordung von Olof Palme, im Jahr 1986Foto: dpa/TT News Agency/Goran Arnback

„Skandia-Mann“ Engström starb im Jahr 2000

Engström geriet nach einem größeren Personalwechsel 2016/17 ins Visier der Ermittlungen, wie Fahndungsleiter Hans Melander sagte. Die Ermittler seien das Material zum Tatort und den dort befindlichen Personen neu durchgegangen. „Es gab dabei eine Person, die nicht ins übrige Bild hineinpasste. Seine Angaben konnte man nicht mit denjenigen anderer Zeugen verbinden.“ Der Spur Engströms sei man immer weiter gefolgt, obwohl der Mann bereits 2000 im Alter von 66 Jahren starb.

In Medienberichten wurde Engström - benannt nach seinem Arbeitgeber, einem schwedischen Versicherungsunternehmen - oft als „Skandia-Mann“ bezeichnet. Er hatte sich nach dem Mord in einem TV-Interview als Zeuge präsentiert. Er soll durch einen Bekannten Zugang zu Schusswaffen gehabt und zudem Palmes Politik gehasst haben.

Petersson sagte, Engströms Kleidung stimme mit der überein, die der Täter nach Aussagen mehrerer Zeugen getragen hatte. Er habe Geld- und Alkoholprobleme gehabt. Am Mordabend habe er sich noch spät an seinem Arbeitsplatz in unmittelbarer Nähe zum Tatort befunden. Um 23.19 Uhr habe er sich ausgestempelt - um etwa 23.21 Uhr und 30 Sekunden sei dann auf Palme geschossen worden. Die Mordwaffe wurde bis heute nicht gefunden.

Gedenkstein für Olof Palme am Tatort des Mordes in Stockholm
Gedenkstein für Olof Palme am Tatort des Mordes in StockholmFoto: AFP/Jonathan Nackstrand

Der Palme-Mord gilt als einer der größten Kriminalfälle Europas, die Mordermittlungen zählen zu den umfassendsten und teuersten der Welt. Für Schweden stellen die Tat und die lange mangelnde Aussicht auf wesentliche Antworten in dem Fall ein nationales Trauma dar.

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Die Polizei befragte Tausende Menschen. Mehr als 130 Personen gestanden das Verbrechen. Dass es der schwedischen Polizei all die Jahre nicht gelang, den Täter zu finden, löste erhebliche Kritik an ihr aus. Die Akten zu dem Fall nehmen 250 Regalmeter ein.(dpa, Reuters, AFP)

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