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Nach Angriff auf iranische Stellung : Syrische Luftabwehr schießt israelischen Jet ab

Nach Angriffen auf "iranische Ziele" in Syrien ist ein Militärflugzeug der israelischen Luftwaffe in der Grenzregion abgestürzt. Die syrische Luftabwehr habe den Jet getroffen, melden beide Seiten.

Überreste des F-16-Jets im Norden Israels.
Überreste des F-16-Jets im Norden Israels.Foto: AFP/Jack Guez

Ein israelisches Militärflugzeug ist an der Grenze zum benachbarten Bürgerkriegsland Syrien abgestürzt. Einer der zwei Piloten sei schwer verletzt worden, als sich die beiden mit dem Schleudersitz gerettet hätten, teilte ein Armeesprecher in Tel Aviv am Samstagmorgen mit. Die Piloten seien auf israelischem Gebiet gelandet. Der Jet sei von der syrischen Luftabwehr getroffen worden und in Israel abgestürzt, teilte das israelische Militär am Samstag mit.

Reaktion auf Drohne: Luftwaffe beschießt "iranische Ziele"

Israelische Jets hatten zuvor im Zentrum des Nachbarlandes militärische Ziele bombardiert. Israels Luftwaffe reagierte damit nach eigenen Angaben auf eine „iranische“ Drohne, die über die Grenze gekommen und abgeschossen worden sei. Die Luftwaffe habe eine iranische Kontrollstellung in Syrien angegriffen, von der aus die Drohne gestartet worden sei.

Aus regierungsnahen syrischen Kreisen hieß es, bei Israels Angriff seien Angehörige der syrischen Armee getötet oder verletzt worden. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die Luftabwehr habe mehr als ein Flugzeug getroffen. Ein israelischer Militärsprecher wies die Darstellung des syrischen Staatsfernsehens zurück, wonach mehr als ein Kampfjet getroffen worden sei. Bis auf eine Maschine seien alle wieder sicher zurückgekehrt, sagte er.

Israel hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Ziele in Syrien angegriffen. Erst am vergangenen Mittwoch wurde eine Militäreinrichtung nahe Damaskus beschossen. Beobachter gehen davon aus, dass sich die meisten Angriffe gegen die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah richten. Diese ist Israel feindlich gesinnt, ihre Kämpfer unterstützen im syrischen Bürgerkrieg die Regierung.

Botschafter warnt: „Wir sind zu den extremsten Maßnahmen bereit"

Der israelische Botschafter in Russland, Gary Koren, warnte gegenüber der Agentur Interfax am Samstag vor einer Eskalation im Konflikt mit dem Iran wegen dessen Präsenz in Syrien: „Wir sind zu den extremsten Maßnahmen bereit, wenn dies nötig ist.“ Der Iran und seine Verbündeten seien bis an die Zähne bewaffnet, sagte der Diplomat in Moskau. Eine Eskalation könne sehr gefährlich werden. Darüber spreche Israel auch mit Russland. Eine verstärkte politische und militärische Kooperation sei nötig.

„Wir haben ein kritisches Interesse: zu verhindern, dass Syrien zu einem militärischen Aufmarschgebiet des Irans wird. Wie wir sehen, werden genau solche Pläne umgesetzt“, so Koren weiter. Israel werte die iranische Präsenz in Syrien als Bedrohung. Der Diplomat nannte auch die Hisbollah. Sämtliche Kräfte der Hisbollah und des Irans müssten eine im Süden Syriens eingerichtete sogenannte Deeskalationszone sofort verlassen, forderte er. (dpa, Reuters)

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