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Nach CDU-Parteitag : Zweifel an Kramp-Karrenbauer bleiben

Die Delegierten stellten sich am Parteitag hinter die angeschlagene CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Doch eine Mehrheit der Deutschen bleibt skeptisch.

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp Karrenbauer.
Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp Karrenbauer.Foto: imago images/DeFodi

Die Mehrheit der Bürger steht einer aktuellen Umfrage zufolge der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer auch nach dem Leipziger Parteitag der Christdemokraten reserviert gegenüber. 25 Prozent meinen in dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer, dass Kramp-Karrenbauer gestärkt aus dem Parteitag hervorgegangen ist, 15 Prozent sehen sie eher geschwächt, und 47 Prozent sind der Ansicht, dass sich für die Parteichefin nicht viel geändert hat.

Nur 18 Prozent aller Befragten und 32 Prozent aller Unions-Anhänger glauben, dass Kramp-Karrenbauer die CDU erfolgreich in die Zukunft führt. Dass die CDU-Chefin nächste Kanzlerkandidatin der Union wird, glauben 36 Prozent aller Befragten und 35 Prozent der Unions-Anhänger, eine Mehrheit von 56 Prozent beziehungsweise 58 Prozent glaubt das nicht.

Kramp-Karrenbauer hatte auf dem Parteitag vergangene Woche die Machtfrage gestellt und sich die Unterstützung der Delegierten gesichert. Auf die Parteienpräferenz der Bürger hatte der Parteikonvent keine Auswirkungen.

Im ZDF-Politbarometer kommt die Union unverändert auf 27 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und steht bei 13 Prozent. Die Grünen legen einen Prozentpunkt auf 23 Prozent zu. Die Werte für AfD (14 Prozent), Linke (10) und FDP (7) bleiben unverändert.

Auch wenn es um die Beurteilung nach Sympathie und Leistung der zehn wichtigsten Politikerinnen und Politikern geht („Was halten Sie von?“), sieht es für die CDU-Chefin nicht gut aus. Sie und Horst Seehofer liegen im Negativbereich. Seehofer bei unveränderten minus 0,1 und Annegret Kramp-Karrenbauer bei minus 0,5 (Nov. I: minus 0,7).

Merz bei CDU/CSU-Anhängern beliebter als AKK

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die beliebteste Politikerin. Auf der Skala von +5 bis -5 erhält sie einen Durchschnittswert von 1,2 (Nov. I: 1,4). Danach folgen Robert Habeck mit 1,1 (Nov. I: 1,3), Olaf Scholz mit 0,7 (Nov. I: 0,9), Heiko Maas mit 0,5 (Nov. I: 0,6) und Markus Söder, auch er mit 0,5 (Nov. I: 0,4).

Schaut man sich nur das Urteil der CDU/CSU-Anhänger über ihre Spitzenpolitiker an, dann ergibt sich eine eindeutige Rangordnung: Mit Abstand am positivsten beurteilt wird Angela Merkel (3,0), danach folgen Markus Söder mit 2,2, vor Jens Spahn mit 1,8, Friedrich Merz mit 1,7 und Annegret Kramp-Karrenbauer mit bescheidenen 1,0.

Auch zur Stichwahl um den SPD-Vorsitz wurden die Bürger befragt. Hier führt das Kandidatenpaar Olaf Scholz und Klara Geywitz, wenn es nur nach den SPD-Anhängern ginge, mit 38 Prozent vor Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken mit 22 Prozent. Allerdings können 40 Prozent nicht beurteilen, welches Führungsduo für die SPD besser wäre. (Tsp, dpa)

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