• Nach den Sommerferien: „Wie auch immer“ – Karliczek fordert vollen Unterrichtsbetrieb

Nach den Sommerferien : „Wie auch immer“ – Karliczek fordert vollen Unterrichtsbetrieb

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Schulen dazu aufgerufen, wieder ein strukturierten Schulprogramm anzubieten – notfalls in Containern.

Schulkinder der Notbetreuung werden in einem Klassenraum einer Grundschule in Eisenhüttenstadt unterrichtet.
Schulkinder der Notbetreuung werden in einem Klassenraum einer Grundschule in Eisenhüttenstadt unterrichtet.Foto: dpa/ Patrick Pleul

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat Länder und Schulen eindringlich dazu aufgerufen, die Voraussetzungen für einen verlässlichen Unterricht nach den Sommerferien zu schaffen. „Jede Schule in jedem Land muss sich ein Ziel setzen: Nach den Ferien muss überall ein strukturierter Unterricht angeboten werden - und zwar so, dass möglichst ein volles Schulprogramm gewährleistet ist“, sagte die CDU-Politikerin der „Rheinischen Post“ (Samstag).

„Wie auch immer.“ Die Eltern seien vielfach am Limit, und auch die Schüler litten, sagte Karliczek. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren bundesweit die Schulen geschlossen worden, auch jetzt ist der Unterricht noch stark eingeschränkt.

Sie wisse um die Schwierigkeiten, räumte die Ministerin ein. „Aber wir leben einfach in einer Ausnahmesituation und da muss jetzt alles mobilisiert werden, damit die Kinder und Jugendlichen wieder verlässlich unterrichtet werden.“ Es müsse vor Ort intensiv an Lösungen gearbeitet werden, damit der Schulbetrieb „mit einer Mischung aus Präsenz- und Digitalunterricht“ wieder umfassend laufen könne.

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„Die Sommerferien können die Schulen auch nutzen, mehr Raumkapazitäten zu schaffen, indem sie zum Beispiel Container aufstellen“, meinte Karliczek. Sie begrüßte auch den Vorschlag des Bundeselternrats, für den Unterricht etwa auf Vereinshäuser und kommunale Veranstaltungsräume zurückzugreifen. „Das kann helfen, die Abstandsregeln einzuhalten.“

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Die Schulpolitik ist in Deutschland Ländersache. Vertreter mehrerer Bundesländer hatten bereits angekündigt, dass sie nach den Sommerferien wieder einen Normalbetrieb an den Schulen anstreben. Schon vor den Ferien wollen einige zumindest an den Grundschulen auch wieder volle Klassen unterrichten und dabei auf Abstandsregeln verzichten. Über die mögliche Weiterverbreitung des Coronavirus über Kitas und Schulen wird viel diskutiert. Gesicherte Erkenntnisse über die Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr bei Kindern und Jugendlichen gibt es noch nicht. (dpa)

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