Nach Flugzeug-Panne : Gerd Müller sieht "Made in Germany" als stark beschädigt

Der Entwicklungsminister ist sauer, dass er per Linienflug aus Afrika heimkehren muss. Die marode Flugzeugflotte der Bundesregierung ist ihm peinlich.

Bundesentwicklungsminister Gerd Mueller (CSU) auf dem Flughafen Kamuzu im malawischen Lilongwe. Foto: epd
Bundesentwicklungsminister Gerd Mueller (CSU) auf dem Flughafen Kamuzu im malawischen Lilongwe. Foto: epdFoto: epd

Er ist das erste Opfer der Pannenserie bei der Flugbereitschaft der deutschen Luftwaffe in diesem Jahr – und das gleich zwei Mal innerhalb weniger Tage. Ziemlich sauer ist Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) deshalb. „Diese Kette von technischen Problemen muss jetzt gründlich aufgearbeitet werden“, forderte er am Freitag am Flughafen von Ndola, der drittgrößten Stadt im afrikanischen Sambia.

Dort sollten der Minister und seine zwölfköpfige Delegation von der Regierungsmaschine „Global 5000“ abgeholt werden, um nach Deutschland weiter zu reisen. Doch bevor das Flugzeug abheben konnte, musste der Pilot den Start abbrechen. „Es ist heiße Luft eingedrungen, wo sie nicht eindringen soll“, sagte ein Sprecher der Luftwaffe dem Tagesspiegel. Müller und die anderen Passagiere mussten wieder aussteigen. „Wir helfen uns jetzt selbst und fliegen mit afrikanischen Linien zurück“, sagte der CSU-Politiker frustriert.

Müller gewinnt Zeit in Sambia

Bereits Anfang der Woche hatte das Regierungsflugzeug Probleme bereitet – und Müllers Termikalender völlig durcheinandergebracht. Erst gab der Flieger in Malawi den Geist auf. Ein defektes Druckventil hatte das Triebwerk lahmgelegt. Müller musste am Montag auf einen Linienflug umsteigen, um ins Nachbarland Sambia weiterzufliegen. In Deutschland machte sich währenddessen eine „Reparatur-Crew“ auf den Weg. Die konnte die „Global 5000“ aber erst am Donnerstag in Stand setzten, weil ihre Ersatzteile bis dahin in Südafrika feststeckten.

Müller sah sich gezwungen, seinen Sambia-Besuch zu verlängern, die Weiterreise nach Namibia blies er ab. Die „unverhofft gewonnene Zeit in Sambia“, wie der Minister sagte, nutzte er zum Besuch einer Kupfermine und für Gespräche mit Vertretern des UN-Flüchtlingshilfswerks. Peinlich war es dem CSU-Politiker dennoch, dass ausgerechnet die Industrienation Deutschland nichts Besseres als so eine marode Regierungsflotte vorzuweisen hat. Das Image von „Made in Germany“ sei in Afrika jetzt stark beschädigt, schimpfte Müller.

Lange Pannenserie bei der Luftwaffe

Bereits im vergangenen Jahr sorgten Pannen bei der „weißen Flotte“, wie die Luftwaffe die Regierungsmaschinen intern nennt, für Schlagzeilen. Im Oktober legten Nagetiere einen Regierungsflieger auf Bali lahm. Vizekanzler Scholz (SPD) musste auf einen Linienflug umsteigen. Dazu sah sich auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im November wegen eines Defekts an der Regierungsmaschine gezwungen. Sie verpasste deshalb den Auftakt des G20-Gipfels in Buenos Aires.

Laut Luftwaffe hat die Regierungsflotte eine Ausfallquote von weniger als zwei Prozent. Von mehr als 1600 Flügen in den vergangenen zwei Jahren seien 18 ausgefallen.

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