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Nach Putsch in Simbabwe : Robert Mugabe will nicht aufgeben

In Simbabwe ist die Lage nach dem Putsch angespannt. Mugabe steht weiter unter Hausarrest. Die Opposition fordert eine Übergangsregierung.

Simbabwes Präsident Robert Mugabe und seine Frau Grace Mugabe Anfang November.
Simbabwes Präsident Robert Mugabe und seine Frau Grace Mugabe Anfang November.Foto: REUTERS

Nach dem Militärputsch in Simbabwe hat die Opposition eine schnelle Rückkehr zu einer zivilen Regierung gefordert. Die Oppositionspartei des ehemaligen Vizepräsidenten Morgan Tsvangirai unterstütze das Vorgehen der Streitkräfte, sagte der Generalsekretär der MDC-T, Douglas Mwonzora, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei eine Übergangsregierung derzeit der beste Weg. Das Militär äußerte sich zunächst nicht zum weiteren Vorgehen. Auf den Straßen der Hauptstadt Harare herrschte weitgehend eine angespannte Ruhe.

Die Streitkräfte hatten in der Nacht zum Mittwoch in einigen turbulenten Stunden die Macht in dem Land im südlichen Afrika an sich gerissen. Sie beteuerten aber, es handele sich nur um eine zeitweise Machtübernahme. Der 93-jährige Staatschef Robert Mugabe wurde unter Hausarrest gestellt.

Offenbar lehnt Mugabe auch Vermittlung ab

"Er weigert sich zurückzutreten", verlautete am Donnerstag aus Armeekreisen nach einem Treffen Mugabes mit Generälen in der Hauptstadt Harare.

Die staatliche Zeitung „The Herald“ veröffentlichte Fotos, die Mugabe (93) im Präsidialamt im Gespräch mit Generalstabschef Constantino Chiwenga und Vermittlern zeigten, darunter die südafrikanische Verteidigungsministerin Nosiviwe Mapisa-Nqakula. Minister der Staatengemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) empfahlen unterdessen nach Beratungen in Botsuana, dass wegen der Krise in Simbabwe ein Gipfeltreffen der Staatschefs der Region einberufen werden sollte.
Er bestehe darauf, seine Amtszeit zu vollenden, verlautete aus dem Umfeld Mugabes. In Geheimdienstkreisen hieß es, auch eine Vermittlung durch einen katholischen Geistlichen lehne Mugabe ab.

Grafik: Anna Schmidt/Tsp
FotGrafi

"Was jetzt gebraucht wird ist eine Regierung, die Simbabwe leiten kann, bis die richtige Zeit für eine Wahl gekommen ist“, sagte Didymus Mutasa, ein Ex-Staatsminister, der mit der damaligen Vizepräsidentin Joice Mujuru Ende 2014 geschasst wurde. Die Krise in Simbabwe um die Nachfolge des seit 1980 regierenden Mugabe hatte sich vergangene Woche zugespitzt. Der Präsident hatte seinen langjährigen Stellvertreter und möglichen Nachfolger, Emmerson Mnangagwa, gefeuert. Das Militär stand bislang immer hinter Mugabe, doch es war auch Mnangagwa verbunden, der als Verbündeter von Militärchef General Constantino Chiwenga gilt.

Simbabwe gehört den UN zufolge zu den ärmsten Staaten

Die beiden kämpften mit Mugabe gegen das weiße Minderheitsregime im damaligen Rhodesien. Beobachter mutmaßen, dass die Streitkräfte Mnangagwa den Weg zur Macht ebnen wollen. Ihn und Militärchef Chiwenga eint die Ablehnung der unbeliebten First Lady, die ihrem Mann im höchsten Staatsamt nachzufolgen hofft.

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Simbabwe gehört einem UN-Index zufolge zu den ärmsten Staaten. Mugabe hat die frühere Kornkammer des südlichen Afrikas heruntergewirtschaftet. Das Land hat sich bislang nicht von einer schweren Wirtschaftskrise erholt, in Folge derer es 2008 zu einer galoppierenden Hyperinflation und zum Zerfall der Landeswährung gekommen war. (dpa, Reuters)

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