Nach tödlicher Messerattacke : Neue Bürgermeisterin in Danzig gewählt

Nach dem Tod von Pawel Adamowicz haben die Danziger eine neue Bürgermeisterin: Aleksandra Dulkiewicz wurde mit großer Mehrheit zur Nachfolgerin gewählt.

Aleksandra Dulkiewicz ist als Nachfolgerin des getöteten Pawel Adamowicz zur neuen Bürgermeisterin Danzigs gewählt worden.
Aleksandra Dulkiewicz ist als Nachfolgerin des getöteten Pawel Adamowicz zur neuen Bürgermeisterin Danzigs gewählt worden.Foto: Agencja Gazeta/Bartosz Banka via Reuters

Knapp eineinhalb Monate nach der tödlichen Messerattacke auf Bürgermeister Pawel Adamowicz haben die Danziger mit deutlicher Mehrheit eine Nachfolgerin ins Amt gewählt. Aleksandra Dulkiewicz, zuvor Stellvertreterin des parteilosen Politikers, entschied die Wahl mit 82,22 Prozent der Stimmen eindeutig für sich, wie ihre Sprecherin am Montag bekanntgab. Nach dem offiziellen Amtsergebnis holte der Publizist Grzegorz Braun 11,86 Prozent der Stimmen, der Unternehmer Marek Skiba 5,92 Prozent.

Adamowicz war Mitte Januar während einer Spendenveranstaltung niedergestochen worden und an seinen schweren Verletzungen gestorben. Das Messerattentat auf den 53-Jährigen, der mehr als 20 Jahre lang die nordpolnische Stadt regierte, hatte das Land in Schock und Trauer versetzt und eine politische Debatte über Hassreden ausgelöst. Kritiker meinten, der heftige Streit zwischen der Opposition und der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit PiS könne zur Eskalation der Gewalt beigetragen haben.

Gegen den Angreifer laufen weiter Mord-Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft lässt unter anderem seine Zurechnungsfähigkeit prüfen.

Für die neue Wahl hatte die PiS keinen eigenen Kandidaten aufgestellt. Grund sei Adamowiczs eindeutiger Sieg bei der letzten Abstimmung, sagte PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski. Adamowicz war erst im Oktober 2018 mit absoluter Mehrheit als Bürgermeister wiedergewählt worden. Dulkiewicz, die nach seinem Tod die Interimsnachfolge übernommen hatte, wurde unter anderem von Polens Ex-Regierungschef und EU-Ratspräsident Donald Tusk unterstützt. (dpa)

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